Direkt zum Inhalt
Foto: Stefan Loidl
Foto: Stefan Loidl

Respect Nature – Nachhaltig mehr erleben: Naturfreunde und Österreichische Bundesforste aktiv für „Fair Play“ in der Natur

Immer mehr Menschen zieht es in die Natur, darunter viele, die vor der Pandemie kaum Berührungspunkte mit naturnahen Ökosystemen hatten. Bei immer mehr Erholungssuchenden ist daher auch das Bewusstsein für ein naturverträgliches Verhalten gering und die heimischen Lebensräume geraten zunehmend unter Druck. Overtourism – ein Begriff, den man vor Corona vor allem mit Städten wie Venedig, Dubrovnik oder Barcelona in Verbindung brachte – wird plötzlich auch in ländlichen Regionen ein Problem. Hier gegenzusteuern ist das Ziel der Initiative Respect Nature, mit der die Naturfreunde und die Österreichischen Bundesforste zu „Fair Play“ in der Natur aufrufen.

„Zahlreiche Studien belegen die positiven Auswirkungen von Naturaufenthalten auf unser Wohlbefinden. Die Voraussetzungen dafür sind ein einigermaßen intakter Naturraum und ein rücksichtsvolles Verhalten der Erholungssuchenden“, so Andrea Lichtenecker, Geschäftsführerin der Naturfreunde Internationale, die sich schon seit vielen Jahren für eine nachhaltige touristische Nutzung der ländlichen Regionen einsetzt. „Mit unserer Initiative wollen wir das Bewusstsein für ein respektvolles Verhalten in der Natur stärken. Denn kaum jemand zerstört mit Absicht den Naturraum, den er in seiner Freizeit nutzt – vieles passiert aus Unwissenheit und Gedankenlosigkeit.“

„Wald und Natur sind für uns alle ein wichtiger Erholungsraum. Nicht vergessen darf man aber dabei, dass der Wald ein sensibles Ökosystem ist“, so Christina Laßnig-Wlad, Leiterin Naturraummanagement und Naturschutz der Österreichischen Bundesforste. „Beim Besuch in der Natur halten wir uns direkt im Lebensraum und Zuhause vieler Tier- und Pflanzenarten auf. Dementsprechend rücksichtsvoll sollten wir uns hier auch verhalten. Darauf machen wir mit dieser gemeinsamen Initiative aufmerksam.“

Müllproblematik im Fokus
Ein Schwerpunkt innerhalb der Initiative ist die Müllproblematik, unter der Grundbesitzer*innen, Wildtiere und andere Erholungssuchende gleichermaßen leiden. „Viele Erholungssuchende wissen nicht, wie lange der zurückgelassene Müll zum Verrotten braucht“, erklärt Regina Hrbek, Leiterin der Umweltabteilung der Naturfreunde. „Selbst bei einem Taschentuch sind es schon bis zu fünf Jahre, bei einem Zigarettenstummel bis zu zehn, bei einer Getränkedose ca. 500.“ Dieses Wissen wird nun auf anschaulichen Plakaten vermittelt, die in allen Naturfreundehütten angebracht wurden.

Naturfreundejugend aktiv
Auch die Naturfreundejugend ist aktiv an der Initiative beteiligt, unter anderem mit Müllsammelaktionen und mit der Gestaltung von Infoschildern für Wanderwege, die nach dem Motto „Du bleibst für einen Tag, dein Müll bleibt viele Jahre“ auf die Folgen des achtlos weggeworfenen Mülls aufmerksam machen. Die ersten Schilder wurden Anfang Oktober entlang des Rettenkogelhütten-Wanderweges und des Bleckwandhütten-Wanderweges in Bad Ischl angebracht. Stefan Loidl, Jugendreferent der Naturfreunde Bad Ischl und Bundesjugendvorsitzender der Naturfreunde Österreich: „Auch bei uns bleibt leider immer mehr Müll entlang der Wanderwege zurück. Das beeinträchtigt nicht nur das Landschaftsbild, sondern wird auch zur Gefahr für Wild- und Nutztiere. Und viele Abfälle, wie etwa Zigarettenstummel, enthalten Giftstoffe, die den Boden und das Grundwasser verseuchen.“

#WeRespectNature
Ergänzend zu den Aktivitäten vor Ort wird unter #WeRespectNature auch via Social Media zu einem respektvollen Umgang mit der Natur aufgerufen. Weitere Aktivitäten sollen in den nächsten Jahren folgen.

Mehr Infos zur Initiative: www.umwelt.naturfreunde.at/respect-nature