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Respect Nature fragt Experten und Expertinnen zu Mikroplastik
Respect Nature fragt Experten und Expertinnen zu Mikroplastik

Planet vs. Plastik

Der diesjährige Earth Day stand im Zeichen von Planet vs. Plastik. Er soll die Dringlichkeit betonen, Maßnahmen gegen die Verwendung von (Einweg-)Plastik zu ergreifen. Durch Bewusstseinsbildung und kollektive Anstrengung soll eine Welt geschaffen werden, die frei von Plastikverschmutzung ist und unsere Ökosysteme, insbesondere das Meer schützt. Denn das Plastik, das wir wegwerfen, landet nicht allzu selten in den Ozeanen. Dort liegen und treiben nach Schätzungen bereits 150 Mio. Tonnen Plastik. Die Auswirkungen von Mikroplastik auf den Menschen sind derzeit noch unklar. 

Im Rahmen unseres Projekts “Respect Nature” haben wir daher Leonie Fian, PhD-Studierende im Bereich Umweltpsychologie, gebeten, uns 3 kurze Fragen zum Thema Mikroplastik und Umwelt zu beantworten.

1// Was ist Umweltpsychologie und warum ist Mikroplastik ein spannendes Thema?

Die Umweltpsychologie beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Menschen und Umwelt sowie deren gegenseitiger Beeinflussung. Im Moment sehen wir uns genauer an, wie Menschen die potenziellen Auswirkungen von Mikroplastik in Lebensmitteln und Getränken wahrnehmen und wie deren Bewusstsein und die Besorgnis in Bezug auf diese Thematik aussieht. Wichtig ist das deshalb, da wir mit einer umfangreichen Umweltkrise konfrontiert sind, die vor allem systemische Veränderungen erfordert. Um diese Veränderungen und politische Maßnahmen in Gang zu bringen und Akzeptanz dafür zu schaffen, braucht man die Unterstützung der Bevölkerung und muss im Bilde sein, welches Bewusstsein gegenüber Plastik vorherrscht.

2// Was wissen die Menschen über Mikroplastik?

Durch größere Präsenz in den Medien ist vielen Menschen der Begriff Mikroplastik mittlerweile bekannt. Bisher wussten viele Menschen vorwiegend über Mikroplastik in Kosmetika Bescheid. Es werden aber auch immer mehr andere Quellen in der Öffentlichkeit bekannter, wie etwa der Abrieb bei Autoreifen, synthetische Textilien, der Zerfall von größeren Plastikteilen oder landwirtschaftliche Praktiken.

Viele Menschen erkennen mittlerweile auch den Zusammenhang zwischen ihrem eigenen Verhalten und der Entstehung von Mikroplastik. Was wir bei einer Interview-Studie herausfanden, ist, dass viele Menschen von Unvermeidbarkeit von Plastik sprechen. Oft fühlen sie sich machtlos angesichts der fest verankerten Rolle von Plastik in unserer Gesellschaft. Es besteht ein dringender Wunsch nach Bewusstseinsbildung und Wissen darüber, wie Plastik aktiv vermieden werden kann. Außerdem wünschen sich viele regulative Maßnahmen und systemische Veränderungen.

3// Welche Gesundheitsrisiken birgt Mikroplastik?

Bezüglich der Gesundheitsrisiken ist noch nicht abschließend geklärt, welche Auswirkungen Plastik, insbesondere Mikroplastik, auf unsere Gesundheit hat. Einige Expert*innen argumentieren daher, dass der Fokus auf andere Probleme gelenkt werden sollte. Andere hingegen möchten das Vorsorgeprinzip anwenden, da sie der Meinung sind, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis die negativen Auswirkungen von Mikroplastik auf den Menschen nachgewiesen werden können. Außerdem sind, trotz begrenzter Daten zu Mikroplastik, bereits einige Additive in Plastik als gesundheitsschädlich eingestuft worden, unter anderem in Lebensmittelverpackungen. Daher empfiehlt es sich auf jeden Fall, regulative Maßnahmen durchzusetzen oder alternative Materialien vorzuschreiben und sogar Verbote auszusprechen. 

Mehr zu aktuellen Untersuchungen aus dem Bereich der Umweltpsychologie findest du hier: env-psy.univie.ac.at – und für Forschungs-News zu Mikroplastik klicke hier: microplastics.univie.ac.at/de

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