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Online-Talk: Nachhaltige Mobilität im Tourismus
Sie ist längst mehr als ein Trend und entscheidet darüber, wie attraktiv und zukunftsfähig eine Destination ist: Nachhaltige Mobilität stand am 6. März im Mittelpunkt des 8. TICT-Talks, den wir in Kooperation mit dem Travel Industry Club Tourismus durchführten. Es wurden unterschiedliche Ansätze vorgestellt, wie eine klimafreundliche Anreise und funktionierende Mobilitätslösungen vor Ort so kombiniert werden können, dass sowohl Reisende als auch Destinationen profitieren.
Unsere Tourismusexpertin Anna Kodek gab als Einstieg einen Überblick über vielfältige Mobilitätsinitiativen und innovative Ansätze. Auf internationaler Ebene wurden Nachtbus- und Zugkonzepte vorgestellt. Auf Destinationsebene präsentierte Anna Kodek das Guest Mobility Ticket in Salzburg, das Übernachtungsgästen kostenlosen Zugang zu allen öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglicht, sowie das landesweite Mobilitätsangebot für Gäste in Vorarlberg. Weitere Lösungen umfassten B2B-Online-Plattformen für gruppenfreundliche Busreisen und Start-ups, die aufzeigen, wie vielseitig nachhaltige Mobilität gedacht werden kann.
Im Anschluss zeigte Martin Heppner, Mitgründer von Bahn zum Berg, wie Outdoor-Aktivitäten und öffentliche Anreise optimal kombiniert werden. Das Portal wählt Touren aus, die gut per Zug oder Bus erreichbar sind, und berücksichtigt Gehzeiten, Umstiege und Rückfahrmöglichkeiten. Über QR-Codes, Online-Fahrpläne und Offline-Ansichten können Nutzer*innen Abfahrtszeiten direkt mit ihrer Tour verknüpfen. Mit hunderten Touren im gesamten Alpenraum und der Suchmaschine Zuugle, die Routen auf anderen Plattformen findet, können wanderfreudige Menschen stressfrei Anreise, Tour und Rückfahrt planen. „Nur wenn ich alle Mobilitätsdaten mitliefere, kann ich wandernden Menschen eine verlässliche Aussage über ihre Tour geben“, so Martin Heppner.

Lorenz Aschauer von ÖBB 360° betonte, dass touristische Mobilität weit über den Bahnhof hinausgeht. Seit 2019 zeigt das Innovationsprogramm, wie Bikesharing, Carsharing und On-Demand-Shuttles die erste und letzte Meile ergänzen. Dabei geht es um gut abgestimmte Reiseketten, Einbindung regionaler Partner und verlässliche Tarif- und Buchungssysteme. So verknüpft beispielsweise ÖBB-Transfer Angebote direkt mit dem Ticketshop und der Wegfinder-App, sodass Unterkünfte, Transfers und Touren nahtlos kombiniert werden können. Neben der Technik sind auch Marketing und Kooperationen entscheidend, um Gäste auf die Angebote aufmerksam zu machen.

Ausblick: Digitalisierung und On-Demand-Mobilität
Langfristig wird die touristische Mobilität zunehmend digital, datenbasiert und flexibel: On-Demand-Angebote und Mikrotransfers ersetzen teilweise den klassischen Linienverkehr, sodass Gäste individuell an- und abreisen können. Durch Kooperationen mit Regionalverbünden und ganzheitlicher Planung sollen die Lenkung der Besucherströme, nachhaltige Mobilität und Komfort für die Gäste gleichzeitig gewährleistet werden.
Nachhaltige Mobilität ist ein zentraler Standortfaktor für Destinationen, der sowohl Umweltaspekte als auch die touristische Wertschöpfung und die Zufriedenheit der Gäste miteinander verbindet.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Marco Riederer, Vorsitzender des Travel Industry Club Tourismus.
Die TICT-Talks der Naturfreunde Internationale werden im Rahmen von International Partnerships Austria von der Austrian Development Agency gefördert.
