Naturfreunde News

 

 

Naturfreunde Tschechien: Nationales Naturfreundetreffen zum Jubiläum

NF Tschechien
Photo: Naturfreunde Tschechien

 

Die Naturfreunde Tschechien feierten beim landesweiten Treffen in Chocen ihr 30-jähriges Bestehen. Hier ist der Bericht von Hynek Pečinka, dem Präsidenten der Naturfreunde Tschechien:

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50 Naturfreund*innen kamen für ein verlängertes Wochenende vom 30. September bis 3. Oktober 2021 zum nationalen Treffen der NF Tschechien nach Chocen in Ostböhmen. Nach einer corona-bedingten Zwangspause im letzten Jahr erwartetete die Teilnehmer*innen ein traditioneller Programmmix mit Wanderungen und (Rad-)Ausflügen in die Region, mit gemütlichen Abenden mit Gitarrenspiel, einem Kegelturnier, einem Kunstworkshop und der Möglichkeit zu einem Erfahrungsaustausch für weitere Aktivitäten.

In diesem Jahr wurde im Rahmen des Treffens zudem ein Jubiläum gefeiert: das 30-jährige Bestehen des Vereins. Die Naturfreunde Tschechien knüpfen an die Bewegung der Naturfreunde der Vorkriegszeit an, deren erste Gruppe bereits 1897 in Nordböhmen entstand, die aber während der beiden totalitären Regime des 20. Jahrhunderts in Tschechien nicht operieren konnte. Erst 1991 wurde der Verein in Jablonec nad Nisou erneuert, heute sind die tschechischen Naturfreunde in sieben Regionen tätig. Ein ganzer Abend des Landestreffens war der Erinnerung an dieses Jubiläum gewidmet.

Nach vier gemeinsamen Tagen mit vielen gemeinsamen Aktivitäten, neuen Erfahrungen und Ideen, dem Pflegen alter und dem Knüpfen neuer Freundschaften und einem gemeinsamen Abschlussfoto fiel den Teilnehmer*innen der Abschied sichtlich schwer. Bis zum nächsten nationalen Treffen im kommenden Jahr!

Mehr Informationen und Bilder auf der Seite der Naturfreunde Tschechien: http://www.pratele-prirody.cz/aktuality/2021_-ix_-setkani-pratel-prirody-chocen


 

„NaturFreundeGeschichte/NatureFriendsHistory“ sucht Unterstützung

Naturfreunde Geschichte

Vor wenigen Tagen ist die jüngste Ausgabe von „NaturFreundeGeschichte/NatureFriendsHistory“ erschienen. Die Online-Zeitschrift zur Geschichte der Naturfreunde enthält Beiträge über die Geschichte des Wanderns bei den Naturfreunden, die Kaukasus-Expedition der deutschen NaturFreunde im Jahr 1932 sowie über die Freie Österreichische Jugend im US-amerikanischen Camp Midvale" (auf Englisch).

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„NaturFreundeGeschichte/NatureFriendsHistory“ veröffentlicht nun schon im neunten Jahr sowohl Fachaufsätze zur historischen Naturfreunde-Forschung als auch Überblicksartikel, Fundstücke regionaler Verbandsgeschichte, neue Quellen und Rezensionen aktueller Forschung – zumeist auf Deutsch, immer wieder gibt es aber auch englische Texte. Das Archiv enthält 18 Ausgaben voller interessantester historischer Aufarbeitungen, zum Beispiel über die Kulturarbeit der US-amerikanischen Naturfreunde, die ersten Jahre der Naturfreundejugend Internationale, den Widerstandskämpfer und Naturfreund Otto Kohlhofer, den Einfluss der Naturfreunde auf die Ostermärsche, die Oberrheinische Naturfreunde-Internationale und vieles, vieles mehr.

Um den dauerhaften Fortbestand der Zeitschrift zu sichern, möchte der ehrenamtliche Herausgeber – Naturfreund Dieter Gross aus Regensburg in Bayern – die Online-Zeitschrift gerne perspektivisch in andere Hände legen. Historisch interessierte Naturfreunde sind deshalb herzlich eingeladen, sowohl in die Archive der Zeitschrift einzutauchen als auch Dieter Groß zu kontaktieren und bei dieser wichtigen Arbeit zu unterstützen.
Mehr Informationen: www.geschichte.naturfreunde.org

 


 

Eine Wassermühle für das Naturfreundedorf bei Srebrenica!

Photo NIVON
Photo: NIVON

 

Anlässlich der Globalen Naturfreunde-Tage hat sich die niederländische Naturfreundeorganisation NIVON an einer Solidaritätsaktion mit dem Projekt Srebrenica City of Hope beteiligt, das von der bosnischen Vereinigung Prijatelji Prirode - Oaza Mira initiiert wurde.

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Irvin Mujčić, der Leiter dieser Vereinigung, glaubt an eine Zukunft für die Region, die über wirtschaftlichen Wohlstand hinausgeht – durch die Etablierung eines nachhaltigen Tourismus, aber vor allem durch die Förderung des kulturellen Austauschs.

Die niederländischen Naturfreunde möchten zu dieser schönen Initiative beitragen und haben begonnen, Geld für die Restaurierung einer Wassermühle in der Nähe von Srebrenica zu sammeln. Diese wird nicht nur Strom für das Naturfreundedorf erzeugen, sondern auch den örtlichen Bauern ermöglichen, ihr Getreide zu mahlen und daraus Brot zu backen.

Als Zeichen für das Engagement für dieses Projekt und gleichzeitig für die Trauer über die Ereignisse während des Bürgerkriegs in Bosnien und Herzegowina pflanzten die niederländischen Naturfreunde am 11. September eine Birke im Garten des Naturfreundehauses in Hall.

Im Rahmen dieser Solidaritätsaktion für die Naturfreunde in Bosnien wurden bislang rund 2500 Euro gespendet!

Photo Nivon
Photo: NIVON
Photo: NIVON
Photo: NIVON

 

Auf der Website von NIVON können Sie mehr über das Projekt erfahren (auf Niederländisch)
(https://nivon.nl/nieuws/city-of-hope-er-gloort-hoop-voor-srebrenica/?fbclid=IwAR3SIfjZO3YJb1W2SlA67AuYDemiDh0rArEUG15q-jloQ7pgTqdIa5vJKXA)

und auch spenden: https://doneren.nivon.nl/?fbclid=IwAR3nB-8NpnDrXd7WmvLJ7srT8hFMd2WqfTNfHClxLIm7dv4sKcn4UWUiamU

Mehr über "Srebrenica City of Hope” in englischer Sprache: https://srebrenicahope.wordpress.com/


 

Junge Naturfreund*innen aktiv für Klimagerechtigkeit

Photo ASAN
Photo: ASAN

Junge Naturfreund*innen aus Deutschland, Benin und Senegal setzen sich gemeinsam für den Klimaschutz ein. Die jungen engagierten Menschen trafen sich im vergangenen Jahr jeweils in Benin, in Deutschland und im Senegal, um gemeinsam zu erarbeiten, wie Klimagerechtigkeit im Rahmen der afrikanisch-europäischen Zusammenarbeit aussehen kann. Vor Kurzem fand ein weiteres Treffen in Senegal statt.

Hier ist Mamadou Mbodjis Bericht:

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Das trinationale Projekt Deutschland, Benin und Senegal, geplant in Dakar vom 10. bis 18. September, musste ohne die jungen Deutschen stattfinden, die aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen in ihrem Land nicht kommen konnten. Die Jugendlichen aus Benin und Senegal konnten jedoch eine intensive Arbeitswoche mit außerschulischen Methoden im Naturfreundehaus in Petit Mbao verbringen. Sie hatten auch die Möglichkeit, ökologische und kulturelle Entdeckungsreisen zu unternehmen.

Photo ASAN
Photo: ASAN

Ziel des Treffens war es, die Leitung von Naturfreundegruppen und die Umsetzung des digitalen Geschichtenerzählens zu trainieren. Und auch die deutschen Jugendlichen, die nicht vor Ort sein konnten, waren bei Online-Meetings dabei und konnten sich so mit der senegalesisch-beninischen Gruppe über bestimmte Themen austauschen.

Mehr Informationen auf der Website der Naturfreundejugend Deutschlands: https://www.naturfreundejugend.de/themen/internationales/-/


 

Für mehr Klimagerechtigkeit: Naturfreunde forsten Mangrovenwälder in Senegal und Gambia auf

NaturFreunde Baden
Photo: NaturFreunde Baden

Der Klimawandel mit ausgeprägteren Dürren und Überschwemmungen sowie eine rege Bautätigkeit an den Küsten setzt den Mangrovenwäldern weltweit zu – so auch im Senegal und in Gambia, wo die Mangrovenwälder in den letzten Jahrzehnten um 40 bzw. 50 Prozent zurückgegangen sind.

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Um diese wertvollen Ökosysteme zu erhalten, haben die Naturfreunde im Senegal (ASAN) und JUST ACT, Partnerorganisation der NFI, im Juni 2021 ein Projekt zur Aufforstung der Mangrovenwälder gestartet. In Kooperation mit den NaturFreunden Deutschlands sowie den NaturFreunde-Landesverbänden in Baden, Württemberg und Berlin pflanzen sie Mangrovenbäume in Saint-Louis (Senegal) und Janjanbureh (Gambia). Sie wollen damit einen gemeinsamen Beitrag zu mehr Klimagerechtigkeit leisten. Im Rahmen des Projektes werden Baumschulen eingerichtet und lokale Organisationsstrukturen gestärkt, die Menschen werden zudem geschult, die Pflanzungen zu pflegen und zu schützen.

JUST ACT
Lokalaugenschein: Bürgermeister Touray, Bezirk Lower Saloum; Rohey Ceesay, leitender Förster und Baumschulgärtner; Ablie Jawara, Jugendgruppenleiterin in CRR Nord (Photo: JUST ACT)

Mangrovenwälder sind wertvolle, artenreiche Ökosysteme, die die Ufer vor Erosion schützen, mit ihrem Fischreichtum eine wichtige Nahrungs- und Einkommensquelle für die Menschen darstellen, und nicht zuletzt als Kohlenstoffspeicher einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.  

Mehr Informationen auf der Seite der NaturFreunde Deutschlands:
https://www.naturfreunde.de/naturfreunde-pflanzen-mangroven-fuer-klima-und-artenvielfalt

Bericht auf der Seite von JUST ACT:
https://www.justactgambia.org/post/multi-benefits-of-mangrove-development-in-crr

Lesen Sie den Bericht von Mamadou Mbodji auf Facebook über den Start des Projektes:
https://www.facebook.com/nfint.org/posts/10158550660097749

 


Honduras: Einsatz für Ressourcenschutz und Menschenrechte

Einsatz für Menschenrechte in Honduras/MADJ
Photo: Movimiento Amplio por la Dignidad y la Justicia (MADJ)


Basisgruppen in Gemeinden in Honduras, die vom Verlust ihres Lebensraumes durch Wirtschaftsprojekte – vor allem in der Stromerzeugung – bedroht sind, stärken: Das ist das Ziel eines partnerschaftlichen Projektes zwischen den NaturFreunden Berlin, den NaturFreunden Deutschlands und FundAmbiente, einer Partnerorganisation (C-Mitglied) der NFI.

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FundAmbiente unterstützt 30 Gemeinden im Department Atlántida, die sich zum „Movimiento Amplio por la Dignidad y la Justicia (MADJ)“ zusammengeschlossen haben, bei der Verteidigung ihrer Lebensgrundlagen. Denn die honduranische De-facto-Regierung hat seit dem Putsch von 2009 eine neoliberale Politik des Ausverkaufs von Ressourcen vorangetrieben. Fast ein Drittel des honduranischen Territoriums sind per Konzession an nationale und internationale Unternehmen vergeben worden – vor allem für Bergbau- und Wasserkraftprojekte. Für die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten bedeutet dies die Beeinträchtigung oder gar den Verlust ihrer Lebensgrundlagen.

Im bisherigen Projektverlauf hat FundAmbiente in den Gemeinden am Fluss Jilamito Fortbildungen und Informationsveranstaltungen durchgeführt. Und ein erster Teilerfolg konnte bereits erzielt werden: Das US-amerikanische Entwicklungsministerium (DFC) hat die finanzielle Unterstützung für das illegale Wasserkraftwerk Jilamito zurückgezogen. Dieses Kraftwerk hat bereits bei Baubeginn den Fluss verschmutzt, von dem die Trinkwasserversorgung von zwölf Gemeinden abhängt.

Mehr Informationen auf der Website der NaturFreunde Deutschlands & auf der Seite von MADJ.

 

 


 

Gemeinsam Natur erleben
Mitmachen bei den Global Naturefriends Days 2021 vom 10. bis 19. September!

NFI

Die Naturfreunde setzen sich seit ihren Anfängen für ein nachhaltiges Tourismuskonzept ein, das auf dem Erleben der Natur und der Begegnung mit anderen Menschen basiert. Während der Pandemie hat dieses Konzept an zusätzlicher Bedeutung gewonnen, während uns die Grenzen unseres auf Wachstum und Gewinn fokussierten Wirtschaftssystem deutlich vor Augen geführt wurde.

Unter dem Motto „Gemeinsam Natur erleben“ wollen wir rund um den Gründungstag unserer Bewegung am 16. September 1895 weltweit auf unsere gemeinsamen Werte aufmerksam machen und ein Zeichen für ein solidarisches Miteinander setzen.

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Alle unsere Landesverbände und Ortsgruppen sind eingeladen, sich mit eigenen Aktivitäten zu beteiligen und dabei Spenden für den Naturfreunde KlimaFonds (https://www.climatefund.nf-int.org/de) zu sammeln, mit denen Baumpflanzungen in Afrika finanziert werden sollen – als Maßnahme gegen den Klimawandel und als Zeichen der internationalen Solidarität, welche die Naturfreundebewegung von Anfang an geprägt hat.

Wir werden in unseren Medien über alle Aktivitäten berichten. Drei ausgewählte Projekte werden darüber hinaus im Rahmen unserer Jahreskonferenz am 23. Oktober 2021 ausgezeichnet und mit jeweils 500 Euro prämiert. Mitmachen zahlt sich also doppelt aus! Schickt dazu bitte einen kurzen Bericht und zwei bis drei aussagekräftige Fotos an: elena.teutsch@nf-int.org

 


 

Der Trinkwasserturm "Michèle Davieau" in Finkolo, Mali

Finkolo Wasserturm
Photo: 2ADIB-Mali

2017 startete die Sektion Nantes der Naturfreunde Frankreich – mit Unterstützung des Landesverbandes – den Bau eines Trinkwasserturms in Finkolo, Mali. Das Gebiet in der südlichen Sahelzone ist besonders vom Klimawandel betroffen, und leidet unter der Trockenheit.

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Das Projekt umfasst einen Brunnen mit einem Wasserturm, dessen Speicher von einer elektrischen Pumpe mittels Solarstrom angetrieben wird. Die Bevölkerung und die lokalen Behörden begrüßten und unterstützten das ehrgeizige Projekt sehr, dennoch mussten einige Herausforderungen, vor allem finanzieller Art, bewältigt werden, bevor der Turm am 27. März 2021 eingeweiht werden konnte.

Der neue Brunnen, der zu Ehren seiner Initiatorin und ehemaligen Präsidentin der Naturfreunde Frankreich "Michèle Davieau" benannt wurde, erleichtert der ländlichen Gemeinde Finkolo den Zugang zu Wasser, vor allem aber wird er den Alltag der Frauen des Dorfes verbessern. 

Der Wasserturm ist das zweite Projekt im Dorf, das die Folgen des Klimawandel abmildern soll. 2020 wurde eine Lagerhalle für landwirtschaftliche Produkte errichtet. Dieses Projekt wurde durch den Naturfreunde-Klimafonds finanziert: https://www.climatefund.nf-int.org/de/content/ern%C3%A4hrungssicherheit-finkolo

 


 

Die Naturfreunde Italien G.I.A.N. machen auf die tragische Situation der indigenen Bevölkerung in Brasilien aufmerksam

 

Brasilien

 

In Brasilien ist die gesundheitliche Situation aufgrund der Pandemie wirklich dramatisch: Seit Anfang 2021 übersteigt die Zahl der Todesfälle konstant tausend Menschen pro Tag. Das Fehlen einer Eindämmungsstrategie macht die Situation in den mit Gesundheitseinrichtungen weniger gut ausgestatteten Gebieten wie dem Amazonasgebiet noch gravierender. Hier sind indigene Gemeinschaften der Ansteckung durch diejenigen ausgesetzt, die sich illegal in der Region aufhalten, um ihre Ressourcen auszubeuten.

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Viele indigene Gemeinden, die keine Antworten auf die an die Regierung gerichteten Anfragen über Maßnahmen zur Abwehr der Pandemie erhielten, wandten sich an den Obersten Gerichtshof, der ihnen Recht gab, indem er die Regierung zwang, medizinische Einrichtungen in den indigenen Gebieten zu organisieren, Pläne zur Ausweisung illegaler Besetzer vorzulegen und medizinische Barrieren zu schaffen, die verhindern, dass Außenstehende die Dörfer betreten. Dieser Aufschrei erklang am 26. Februar vor dem UN-Menschenrechtsrat und zeigte der internationalen Gemeinschaft, dass die brasilianische Regierung entgegen ihrer Behauptungen keine wirksamen Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie ergriffen hat.

In diesem Zusammenhang ist der Tod des letzten Mannes des indigenen Volkes der Juma, des Kriegers Amoim Aruká, der an Covid-19 verstarb, herzzerreißend. Lesen Sie auf der Website von G.I.A.N. weiter (Italienisch, Englisch) ---->

 

 


 

„BOOTIMENTO“, das Projekt für eine bessere Zukunft

 

GIAN
Photo: GIAN Sezione Gran Pino

 

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Hunderttausenden Menschen sind gezwungen, auf der Suche nach Arbeit in die Nachbarländer auszuwandern. Manche machen sich auch auf den gefährlichen Weg nach Europa. Die Ortsgruppe Gran Pino der italienischen Naturfreunde G.I.A.N. hat seit rund zehn Jahren das Vergnügen, einen von ihnen zu beherbergen: Boukary Salbre gehört inzwischen dem Vorstand der Ortsgruppe an.
Aufgerüttelt durch seine Erzählungen über die Lebensbedingungen in seinem Heimatdorf, beschloss die Ortsgruppe zu helfen: Das erste Projekt begann 2016 mit dem Ziel einen Brunnen zu errichten, um Boukarys Heimatdorf Dango-Bangagou mit Trinkwasser zu versorgen.

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Eine Delegation der Ortsgruppe Gran Pino besuchte das Dorf Anfang 2018, um die Bauarbeiten dieses ersten Brunnens zu verfolgen, und stellte fest, dass ein einziger Brunnen nicht ausreichen würde, um das Grundrecht auf Trinkwasser für die rund 1.000 BewohnerInnen des Dorfes zu gewährleisten. So wurde 2020 ein zweiter Brunnen errichtet – diesmal mit einer elektrischen Pumpe, die durch Solarzellen betrieben wird.

GIAN
Photo: GIAN Sezione Gran Pino

 

Zusätzlich wurden 150 Obstbäume gepflanzt und wie auch die beiden Brunnen in die Obhut der lokalen Bevölkerung übergeben. Eine Gruppe von DorfbewohnerInnen kümmert sich um die Wartung der Brunnen, die Pflege der Ortsbäume und um den wöchentlichen Abtransport der Abfälle aus dem Dorf. Begleitend zu Müllsammelaktionen werden auch Informationsveranstaltung zu umweltfreundlichem Verhalten organisiert.

 

GIAN
Photo: GIAN Sezione Gran Pino

 

In diesem Jahr ist die Ortsgruppe Gran Pino dabei, ein weiteres, noch ambitionierteres Projekt vorzubereiten: unter dem Titel „BOOTIMENTO“ (in der Landessprache „Zukunft“) soll in den nächsten drei Jahren den Kindern aus Dango-Bangagou und den umliegenden Dörfern der Zugang zur Vorschulerziehung ermöglicht werden. Dazu soll ein betriebsbereiter Kindergarten geschaffen werden, der für die Kinder auch ein Mittagsessen anbieten soll, um ihre prekäre Ernährungssituation zu verbessern. Der Wunsch nach einem Kindergarten kam von den Frauen des Dorfes, die ihren Kindern eine Vorschulbildung ermöglichen wollen und so auch von der Kinderbetreuung entlastet werden und mehr Zeit für andere Aktivitäten haben, mit denen sie wiederum ihre Lebensbedingungen verbessern können.

Das Gebäude soll mit drei Klassen für insgesamt 150 Kinder ausgestattet werden. Geplant sind auch Sanitärräume, eine Unterkunft für die Lehrperson und eine Küche mit einem Solarofen. Eine Photovoltaikanlage soll Energieautarkie ermöglichen und auch die Anstellung der Lehrperson und die Anschaffung von Unterrichtsmaterialien sind Teil des Projekts.

Die Gruppe, die sich bereits um die Wartung der Brunnen, die Pflege der Bäume und die Abfallentsorgung kümmert und mittlerweile etwa 30 Mitglieder hat, wird sich auch um die Schule und die gemeinschaftliche Verwaltung des Schulgartens kümmern, in dem das Gemüse für den Mittagstisch herangezogen werden soll.

Die Ortsgruppe GIAN Gran Pino wird die DorfbewohnerInnen durch ständigen Kontakt von Italien aus und mit drei Einsätzen vor Ort unterstützen. Parallel dazu wird die Gründung einer lokalen Naturfreundegruppe angestrebt, die ihren Vereinssitz auf dem Schulgelände haben könnte.

Mehr Informationen:
GIAN Sezione Gran Pino
Via F.D. Guerrazzi 110, 57023 Cecina, Italia
www.granpino.it
granpinocecina@gmail.com

 


 

Die NFI begrüßt zwei neue Mitgliedsorganisationen in Bulgarien und Honduras!

Naturefriends

Am 13. Jänner 2021 wurden die beiden Organisationen Naturfreunde Bulgarien sowie das Movimiento Amplio por la Dignidad y Justicia (MADJ) aus Honduras einstimmig als neue C-Mitglieder/Partner der Naturfreunde Internationale aufgenommen.

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Beide Organisationen sind sehr aktiv.

Die Naturfreunde Bulgarien engagieren sich für die Rechte von Minderheiten und gegen Rassismus und setzen sich für eine ökologische Ausrichtung der bulgarischen Politik und eine nachhaltige Energiewende ein. MADJ setzt sich seit vielen Jahren für die Achtung der Menschenrechte und gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen der Bevölkerung ein.

Die NaturFreunde Berlin arbeiten schon seit etlichen Jahren mit den beiden Organisationen zusammen und haben die Anträge auf Mitgliedschaft im internationalen Naturfreunde-Netzwerk initiiert und unterstützt. Auch für 2021 sind bereits gemeinsame Aktivitäten geplant.

Das Team der NFI freut sich auf eine gute Zusammenarbeit mit den beiden neuen Mitgliedsorganisationen!

Weitere Infos: NaturFreunde Berlin


 

125 Jahre Naturfreunde – eine treibende Kraft für eine nachhaltige globale Entwicklung!

Die Naturfreunde präsentieren Lösungsansätze zu den drängendsten Themen des 21. Jahrhunderts

 

Manfred Pils
Manfred Pils, Präsident NFI

 

Seit 125 Jahren setzen die Naturfreunde mit ihren Aktivitäten Impulse für eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft, die allen Menschen Perspektiven für eine gute Zukunft bietet und die natürlichen Grenzen unseres Planeten respektiert. Beim internationalen Naturfreunde-Kongress, der am 28. November online abgehalten wurde, präsentierten sie ihre Forderungen und Lösungsansätze zu den drängendsten Themen des 21. Jahrhunderts.

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2020 feiert die Naturfreundebewegung ihr 125-jähriges Bestehen. Gegründet 1895 in Wien, zählt die Bewegung heute 42 Mitgliedsorganisationen in 41 Ländern. Tausende Ortsgruppen engagieren sich für natur- und umweltverträgliche Freizeit- und Tourismusaktivitäten, die für alle Menschen zugänglich sind, für den Schutz unseres Natur- und Kulturerbes und für ein friedliches und solidarisches Miteinander aller Menschen.

Der internationale Naturfreunde-Kongress hat mit Stolz auf die Errungenschaften der Naturfreundebewegung zurückgeblickt und zugleich einen Katalog von Herausforderungen und Lösungsansätzen formuliert, mit denen sich die Naturfreunde in den nächsten Jahren befassen werden.

Den vom Menschen verursachten Klimawandel stoppen!

Der Kampf gegen die Klimakrise ist eine der dringendsten Aufgaben. Jüngsten Studien zufolge bedroht der Klimawandel das Leben von mindestens einer Milliarde Menschen – vor allem in den Ländern des Globalen Südens. Selbst in weniger betroffenen Ländern gibt es bereits eine deutliche Zunahme extremer Wetterereignisse, und der dramatische Rückgang der biologischen Vielfalt wird durch den Klimawandel verstärkt.
Wir müssen auf fossile Brennstoffe verzichten und zu einer nachhaltigen Energieerzeugung aus Wasser, Wind oder Sonne und zu einer umweltverträglichen Mobilität übergehen. Die Technologien sind bereits vorhanden, müssen jedoch im globalen Maßstab umgesetzt werden.

Den Tourismus neu gestalten!

Der Tourismus spielt nach wie vor eine wichtige Rolle für die Erholung, Bildung und Völkerverständigung, doch braucht es dringend eine Neuausrichtung. Reisen darf nicht länger ein Konsumgut sein, von dem insbesondere große Konzerne profitieren – ohne vergleichbaren Nutzen für die lokale Bevölkerung und mit massivem Schaden für Umwelt und Klima. Die Entwicklung des Tourismus muss auf Nachhaltigkeitskriterien basieren, wie dem Schutz der natürlichen Ressourcen, der Reduzierung der damit verbundenen Treibhausgasemissionen, der Achtung der Menschenrechte und der Beteiligung der lokalen Bevölkerung.

Nachhaltige Aktivitäten in der Natur fördern!

Das aktive Erleben der Natur ist eine Grundlage für Erholung, Wohlbefinden und Gesundheit und soll weiter gefördert werden. Mit mehr als 700 Naturfreundehäusern bieten die Naturfreunde eine breite Palette an Unterkünften mit sozial verträglich gestalteten Preisen und attraktiven Angeboten für Familien und Gruppen – in schönen Landschaften mit attraktiven Freizeitangeboten und meist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Internationale Naturfreunde-Kampagnen wie die „Natura Trails“ oder die „Landschaft des Jahres“ laden ein, die Natur zu erleben und dabei achtsam mit den natürlichen Lebensräumen und der heimischen Tier- und Pflanzenwelt umzugehen.

Globale Partnerschaften forcieren!

Wir Naturfreunde sind stolz darauf, Mitgliedsorganisationen in zahlreichen Ländern des Globalen Südens zu haben. Dies gibt uns die Möglichkeit, unseren Einblick in die globale Entwicklung zu vertiefen und kulturelle Vielfalt sowie internationale Solidarität und Freundschaft zu erfahren und zu leben. Die Naturfreunde haben sich seit ihrer Gründung für eine aufgeschlossene und solidarische Gesellschaft eingesetzt und unterstützen diese Mitgliedsorganisationen so weit wie möglich. Wir wissen, dass viele Länder des Globalen Südens unter einer falschen wirtschaftlichen Entwicklung leiden, die auf der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen beruht und von den Industrieländern vorangetrieben wird. Wir setzen uns für eine globale Partnerschaft ein, die zu mehr Gerechtigkeit und Gleichheit für alle Menschen führt, und wir sind uns bewusst, dass dies der einzige menschliche Weg ist, um in Zukunft massive Migrationsströme zu vermeiden.

Eine Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen!

Wir wissen, dass die Hauptursache der Umweltzerstörung, der Übernutzung unserer natürlichen Ressourcen, des Klimawandels und der wachsenden Ungleichheiten unser derzeitiges Wirtschaftssystem ist, das auf der Maximierung des Gewinns statt auf der Steigerung der Lebensqualität basiert. Dieses System hat zu einer Konzentration von Reichtum und Macht in den Händen einer kleinen Gruppe von Menschen geführt, die mehr und mehr zu einer Bedrohung für unsere demokratische Gesellschaftsordnung wird.
Wir brauchen dringend eine Umgestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft, indem wir die Demokratie stärken und uns auf das Gemeinwohl als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung konzentrieren. Gemeinsam mit anderen NGOs setzen sich die Naturfreunde für einen echten „Green Deal“ ein, bei dem die Menschen und unser Planet im Mittelpunkt stehen, und der sich an den Leitlinien der Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen orientiert.

Frieden sichern! Abrüsten statt Aufrüsten!

Der Einsatz für Frieden und Abrüstung gehört zur Tradition der Naturfreundebewegung. Wir sind besorgt über aktuelle Entwicklungen, wie das Wiedererstarken nationaler Gefühle und Bewegungen, die nicht den Frieden sichern, sondern Egoismus, Abgrenzung und Feindseligkeit gegenüber anderen in den Vordergrund stellen, über das wiederbelebte Gespenst des Kalten Krieges zwischen Ost und West und die drohende Rückkehr in eine neue, auch atomare Aufrüstung.  
Es braucht eine neue Phase der Abrüstungs- und Entspannungspolitik und eine Fortsetzung und Vertiefung der weltweiten Rüstungskontrolle. Anstelle von Rüstungsinvestitionen braucht es Investitionen in Klimaschutz und soziale Sicherheit!

Die Naturfreunde als treibende Kraft für eine globale nachhaltige Entwicklung

Unsere Weltwirtschaft ist stark vernetzt – wie wir es gerade auch jetzt während der Covid-19-Pandemie erleben. Um die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern, braucht es ein starkes globales Netzwerk von NGOs, Gewerkschaften, sozialen Bewegungen, Wissenschaft und politischen Interessenvertreterinnen und -vertretern. Unsere internationale Bewegung mit mehr als 350.000 Mitgliedern wird eine treibende Kraft in diesem Prozess sein!
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Zum Leitantrag des NFI-Vorstandes in voller Länge

Mehr Informationen zum 125-jährigen Jubiläum der Naturfreunde


 

Erster Internationaler Naturfreundetag – ein Rückblick

NFI

Am 16. September 1895 wurden die Naturfreunde offiziell gegründet. Zur Erinnerung daran fand im Jubiläumsjahr der erste Internationale Naturfreundetag rund um das Wochenende vom 18. bis 20. September mit vielen lokalen Aktivitäten statt. Hier eine Auswahl:

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Mit der Aktion „Srebrenica calling“ rufen die Naturfreunde Italien zur finanziellen Unterstützung der Naturfreunde Bosnien | Prijateli Prirode – Oaza Mira auf. Im Dorf Kasapic – unweit von Srebrenica –, das im Krieg zerstört wurde, soll u.a. eine alte Mühle zu neuem Leben erweckt werden und zukünftig auch Öko-Strom erzeugen. Mehr dazu hier.
 

Naturefriends Italy


Das Element Wasser in seinen vielfältigen Formen und seiner Bedeutung für uns Menschen stand im Fokus des Fotowettbewerbs der Naturfreunde Frankreich. Die eingereichten Bilder sind hier zu sehen --->

Ebenfalls am Wasser, und zwar an den Ufern der March, wurden die Naturfreunde Tschechien aktiv. Mit Müllsäcken und Handschuhen ausgestattet, trafen sich 14 Freiwillige an ihrem Heimatfluss, wanderten rund vier Kilometer am Ufer entlang und sammelten im Rahmen der Kampagne „Räumt Tschechien auf!“ 25 Kilogramm Müll ein.

NF Chechia

Die NaturFreunde Deutschlands haben zu bundesweiten Aktionstagen unter dem Motto „125 Jahre NaturFreunde – 125 Jahre internationale Solidarität“ aufgerufen. Gefeiert wurde mit einem Fest in Stuttgart, mit Vorträgen und Lesungen über die Naturfreunde-Geschichte, mit Wanderungen auf historischen Spuren von Ortsgruppen sowie Wandertreffen. So luden die NaturFreunde Baden-Württemberg zum Internationalen Wandertag am Bodensee mit Spezialführungen in Friedrichshafen. Die NaturFreunde Hessen veranstalteten ein Wanderwochenende am Vogelsberg, bei dem ein Natura Trail und ein weiterer Rundweg erwandert wurden. An ausgewählten Stellen wurden mit naturfreundlichen Motiven bemalten Steine ausgelegt, um die Botschaft des Naturfreunde-Jubiläums zu verbreiten.

NF Hessen

Auch etliche andere Ortsgruppen organisierten Wanderungen und Aktivitäten in der Natur. So begaben sich zum Beispiel 17 finnische NaturfreundInnen auf eine Wanderung entlang des 10 km langen Karhupolku Trails – eine aufregende Begegnung mit einer Bärenfamilie inklusive! Die Naturfreunde Tirol wiederum begingen das Jubiläum bei herrlichem Bergwetter mit einem Aktionstag am Loassattel am Hochpillberg.

NF Tirol

 


 

Srebrenica calling

Srebrenica caling
Photo: Amici della Natura Italia

 

Die Naturfreunde Italien rufen zur finanziellen Unterstützung der Naturfreunde Bosnien | Prijateli Prirode – Oaza Mira auf. Diese arbeiten am Wiederaufbau des Dorfes Kasapic – unweit von Srebrenica –, das im Krieg zerstört wurde.

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Neben dem Wiederaufbau von Häusern soll eine alte Mühle zu neuem Leben erweckt werden und zukünftig auch Öko-Strom erzeugen. Ein Ziel des Projektes ist es, in der Region einen nachhaltigen, sanften Tourismus aufzubauen und den Menschen in der Region eine wirtschaftliche Perspektive zu geben.

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Für eine menschliche Asylpolitik

Die Naturfreunde fordern eine humane europäische Asylpolitik statt weiterer Flüchtlingslager auf dem Territorium der Europäischen Union.

Andrea Schwingshackl
Photo: Andrea Schwingshackl


Das Fehlen einer klaren europäischen Asylpolitik hat zu einer unmenschlichen Praxis geführt, Flüchtlinge in Lagern in Ländern an den Grenzen der Europäischen Union einzusperren. Theoretisch sollten die Menschen dort auf die Entscheidung über ihren Asylantrag warten, die ihnen die Einreise in die Europäische Union ermöglicht oder – im Falle einer Ablehnung des Antrags – verweigert. Länder wie Griechenland oder Italien sind mit dieser Aufgabe überlastet. Die Folge sind riesige, stark überfüllte Lager mit inakzeptablen Gesundheitsbedingungen und ohne jegliche Perspektiven für die Menschen, die sich dort aufhalten. Es ist seit Monaten bekannt, dass diese Lager eine Art Zeitbombe sind – von einigen Politikern wurde dies auch als abschreckende Maßnahme gegen potenzielle Flüchtlinge bewusst in Kauf genommen.

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Eines dieser Lager ist Moria auf der griechischen Insel Lesbos, in dem zuletzt über 12.500 Flüchtlinge untergebracht waren – ein Ort, der für einen längeren Aufenthalt nicht geeignet war, da er weder akzeptable Lebensbedingungen noch Perspektiven für die Zukunft bot. Durch den verheerenden Brand am 8. September 2020 verloren nun mehr als 12.500 Menschen ihre Unterkunft, darunter Kinder, schwangere Frauen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Menschen, die wegen unsicherer oder gefährlicher Bedingungen in ihren Ländern geflohen sind und ihre Familien, Freunde und ihr Zuhause verlassen mussten. Menschen, die bereits alles verloren haben, leiden nun unter den Folgen einer gescheiterten Asylpolitik der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten, die den Menschen- und Kinderrechten widerspricht.

Anstatt die Opfer des Brandes zu kriminalisieren, müssen sich alle EU-Mitgliedsstaaten bewusst sein, dass ihr Versagen bei der Verwirklichung eines menschlichen und fairen Verfahrens im Umgang mit Flüchtlingen der Grund für diese traurige Entwicklung ist. Nun sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir die Augen nicht länger verschließen können. Konkrete Maßnahmen sind sofort erforderlich – zur Unterstützung der Flüchtlinge auf Lesbos, aber auch, um in Zukunft noch größere humanitäre Katastrophen zu verhindern. Es ist an der Zeit, Solidarität mit den Menschen zu zeigen, die vor Kriegen, Diktaturen und schrecklicher Armut fliehen, und in Einklang mit unserem Bekenntnis zu einem geeinten und weltoffenen Europa zu handeln.

Viele europäische Städte und einige Mitgliedsstaaten haben bereits erklärt, dass sie einige der jetzt völlig schutzlosen Menschen aus Moria übernehmen werden. Andere haben erklärt, Griechenland bei der Wiedererrichtung eines neuen Lagers zu unterstützen. Beide Maßnahmen sind hilfreich, um den dringendsten Bedürfnissen gerecht zu werden, werden aber die Flüchtlingskrise nicht lösen.

Die Naturfreunde Internationale und die Naturfreundejugend Internationale fordern die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten auf, eine neue menschliche Asylpolitik einzuführen, um weitere Lager mit inakzeptablen Lebensbedingungen und ohne Perspektive für die dort untergebrachten Menschen zu vermeiden.

Eine neue Asylpolitik sollte mindestens die folgenden Eckpfeiler umfassen:

  • Ein dezentralisierter Ansatz, der die Angebote verschiedener Städte und Länder annimmt und das Dublin Regime überwindet. Um Städte und Länder zu motivieren, Flüchtlinge zu übernehmen, sollten die Kosten für die Zeit der Prüfung des Asylantrags aus einem europäischen Asylbudget gedeckt werden. Kommunen, Unternehmen und NGOs sollten eingeladen werden, Projekte zur Unterstützung von Flüchtlingen in dieser Vor-Asyl-Phase anzubieten.
  • Geeignete Lebensbedingungen für alle Flüchtlinge und obligatorische Angebote für Sprachkurse und andere Trainings, die ihre Fähigkeiten verbessern und ihnen neue Perspektiven entweder für ihr zukünftiges Leben in einem europäischen Land oder – im Falle einer Ablehnung des Asylantrages – für eine Rückkehr in die Heimat bieten.

Die Naturfreunde Internationale und die Naturfreundejugend Internationale unterstützen seit vielen Jahren Flüchtlinge auf Augenhöhe. Mit konkreten Projekten fördern wir ihre Integration in die europäische Gesellschaft und wir werden diesen Weg auch in Zukunft fortsetzen.

(September 2020)


 

Ein neues Naturfreunde-Haus in den Cinque Terre (Italien) lädt ein!

Amici della Natura Italia
Photo: Amici della Natura Italia

 

Mit großer Freude geben die Naturfreunde Italien bekannt, dass das Hostel „Le Scuole Nanni Scarrà“ nun Teil des Naturfreunde-Häuser-Netzwerks ist. Dies wurde mit der „Assoziatione Jonas D. Pietrini“ vereinbart.

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Es handelt sich um ein großes Haus außerhalb von Montaretto (Gemeinde Bonassola), einem kleinen Dorf mit 100 EinwohnerInnen, in 300 m Seehöhe. Das Haus ist nur einen Katzensprung von den Cinque Terre, einer der schönsten Landschaften Italiens, entfernt. Erreichbar ist es entweder mit dem Auto in 10 Minuten (von Bonassola oder Framura) oder zu Fuß – über schöne Waldwege mit herrlichen Ausblicken auf das Meer, die auch Zeugnisse der faschistischen Besatzung beherbergen (alte Bunker, Kontrollpunkte am Meer ...). Die Wanderung dauert 20 Minuten bergab, doppelt so lange bergauf.

„Le Scuole Nanni Scarrà“ ist ein Selbstversorgerhaus. Allerdings sind die Nutzungsmöglichkeiten aufgrund der COVID19-Pandemie derzeit eingeschränkt: Es werden Gruppen (immer nur eine gleichzeitig) von mindestens 6 bis maximal 12 Personen akzeptiert, die ihre eigene Bettwäsche und Handtücher mitbringen müssen. Die Gebühr beinhaltet auch die Benützung der Küche.

Adresse: Via del campo 14 Fraz. Montaretto, 19011 Bonassola (SP)
E-Mail: ostellomontaretto@amicidellanatura.it
Tel.: +39 339 854 1913 (Katia)

Website

 


 

125 Jahre Naturfreunde – 125 Jahre internationale Solidarität

Mach mit beim 1. Internationalen Naturfreundetag! 18.–20.9.2020

Naturefriends International
Photo: Andrea Schwingshackl

 

Parallel zur Lockerung der Restriktionen zur Eindämmung des Corona-Virus können auch wir Naturfreunde in den meisten europäischen Ländern wieder mit unseren Aktivitäten starten. Endlich wieder raus in die Natur, gemeinsam wandern, Rad fahren oder die Gastfreundschaft in über 700 Naturfreundehäusern genießen – vieles, was vor der Krise selbstverständlich war, hat nun einen besonderen Stellenwert. Die Naturfreunde bieten ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt, auch Menschen mit Behinderungen oder sozial benachteiligte Menschen sind ausdrücklich willkommen, zum Beispiel beim Erleben der Natur entlang von über 150 Natura Trails in ganz Europa (mehr Infos).

Durch die Lockerung der Restriktionen wird nun auch die Planung von Aktivitäten rund um den Internationalen Naturfreundetag von 18. bis 20. September möglich, der heuer zum 125-jährigen Jubiläum der Naturfreundebewegung erstmals stattfinden wird.

 

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So wollen die NaturFreunde Deutschlands mit den Aktionstagen „125 Jahre NaturFreunde – 125 Jahre internationale Solidarität“ ein starkes Zeichen für ein solidarisches Miteinander auf lokaler wie auch globaler Ebene setzen. Mehr Informationen und Ideen für Aktionen auf der Seite der NaturFreunde Deutschlands.

Eine Aktivität können internationale Partnerschaften von Naturfreunde-Gruppen sein, in deren Rahmen gemeinsame Ideen entwickelt und umgesetzt werden. Wir werden diese Initiative auf internationaler Ebene unterstützen und freuen uns auf eine rege Beteiligung unserer Mitglieder!

Die Corona-Krise trifft benachteiligte Bevölkerungsgruppen besonders hart: Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen, mit Behinderung oder gesundheitlichen Einschränkungen, Arbeitssuchende, MigrantInnen und Flüchtlinge sowie weite Teile der Bevölkerung in den Ländern des Globalen Südens, die ohnehin schon massiv unter der Klimakrise leiden. Diese Menschen brauchen gerade jetzt unsere Unterstützung!

An internationalen Partnerschaften interessierte Ortsgruppen können sich per Mail im NFI-Sekretariat melden (office@nf-int.org). Ebenso freuen wir uns über eine Nachricht von Ortsgruppen, die eine andere solidarische Aktivität rund um den Internationalen Naturfreundetag planen. Ende 2020 wird eine international zusammengesetzte Naturfreunde-Jury die erfolgreichsten Aktivitäten des Jubiläumsjahres auswählen. Die drei bestgereihten Aktivitäten werden mit jeweils 500 Euro prämiert – mitmachen zahlt sich also doppelt aus!

Ein persönlicher Beitrag zu einem solidarischen Miteinander ist darüber hinaus über eine Spende an den Naturfreunde KlimaFonds möglich. Das Geld fließt zu 100 % in Obstbaumpflanzungen im Norden Senegals, die von den Naturfreunden Senegal in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung durchgeführt werden. Mehr Infos dazu auf der KlimaFonds-Website.

Mehr Infos zu den Aktionstagen „125 Jahre NaturFreunde – 125 Jahre internationale Solidarität“ der NaturFreunde Deutschlands ---->

 


 

Nachhaltig aus der Krise

Baum und Sonne
Photo: Cornelia Kühhas

 

Das Corona-Virus hat die Welt zum Stillstand gebracht. Die Auswirkungen der Pandemie auf die Gesundheitssysteme, die Wirtschaft und die Gesellschaft sind gravierend und weitreichend. Die Krise trifft uns alle – aber dennoch einige mehr als andere, denn sie trifft sozial Schwächere viel härter. Wie unter einem Brennglas werden die sozialen Ungleichheiten, aber auch die negativen wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen der Globalisierung jetzt besonders deutlich sichtbar.

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Die Krise ist nicht nur eine Gesundheitskrise, sondern eine Systemkrise. Und vielleicht auch ein bitterer Vorgeschmack auf die Zukunft. „Corona zeigt, wie stark uns eine globale Krise als Weltgemeinschaft treffen kann. Wir bekommen aber auch eine Vorstellung davon, was der Klimawandel als globale Krise in den nächsten Jahrzehnten zerstören könnte. Das sollte uns wachrütteln!“, so Patricia Espinosa, die Generalsekretärin der UNO-Klimarahmenkonvention in einem Interview mit dem deutschen Magazin „Der Spiegel“.

Jetzt ist es an der Zeit, herkömmliche Wirtschaftsmuster infrage zu stellen, nach vorne zu schauen und die Weichen für mehr Nachhaltigkeit zu stellen. In diesem Sinn fordert auch die NFI gemeinsam mit einem breiten Bündnis von europäischen NGOs die politisch Verantwortlichen auf, konkrete Maßnahmen für eine Systemänderung und den wirtschaftlichen Aufbau im Sinne der „Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung der Welt“ der Vereinten Nationen zu setzen, bei der die Menschen und die Natur im Mittelpunkt stehen:

  • Offener Brief von zivilgesellschaftlichen Organisationen an die EU-Kommission: „For a Europe that cares for all – during the COVID-19 pandemic and beyond“. Nur mit Solidarität, Demokratie, Inklusion, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit werden wir gestärkt aus der Krise hervorgehen.
  • Petition #SavePeopleNotPlanes – Keine Milliardenhilfe für die Flugindustrie!
     

 

Solidarisch durch die Krise!

Manfred Pils und Andrea Lichtenecker für den Vorstand und das Team der NFI

NFI

Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Das öffentliche und wirtschaftliche Leben ist auf ein Minimum reduziert, die Gesundheitssysteme sind gefordert und stoßen in immer mehr Ländern an ihre Grenzen.

Auch wir Naturfreundinnen und Naturfreunde werden von der aktuellen Situation in voller Härte getroffen. Die mit viel Herzblut vorbereiteten Aktivitäten finden nicht statt. Versammlungen und Veranstaltungen müssen abgesagt werden. Die Naturfreundehäuser bleiben geschlossen, mit gravierenden finanziellen Konsequenzen. Gemeinsam Natur erleben, für Begegnung und Bewegung sorgen – die Grundpfeiler der Naturfreundebewegung – sind bis auf weiteres weggebrochen. Was bleibt, sind unsere gemeinsamen Werte, die nun besonders gefragt sind: Solidarität und verantwortungsvolles Handeln von uns allen!

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Die Coronavirus-Pandemie bringt viel Schmerz und Leid – nicht nur in unserer Umgebung, sondern weltweit. Jetzt gilt es, die Schwächsten in unserer Gesellschaft zu unterstützen, zusammenzuhalten und Solidarität zu beweisen. Und diese Solidarität darf nicht an den nationalen Grenzen Halt machen.

Verschließen wir nicht unsere Augen vor der dramatischen Situation in den heillos überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln, in der Türkei oder im Libanon, wo verzweifelte Menschen unter den widrigsten Umständen seit vielen Monaten ausharren müssen, unter ihnen Tausende Kinder und Jugendliche. Ihr Schicksal darf uns gerade jetzt nicht egal sein!

Verschließen wir auch nicht die Augen vor der Situation in Afrika, einem Kontinent, wo vielerorts medizinische Versorgung und Krankenhäuser ebenso fehlen wie sanitäre Einrichtungen. Auch hier braucht es rasch finanzielle, fachliche und medizinische Unterstützung, um Menschenleben zu retten.

Jetzt ist die Zeit, zu handeln und Solidarität zu leben!

Die aktuelle Situation führt uns die negativen Seiten der Globalisierung deutlich vor Augen. Doch wir sehen auch, dass vieles möglich ist: Menschen helfen zusammen, unterstützen sich gegenseitig, und wirtschaftliche Wachstumsziele rücken mehr und mehr in den Hintergrund.

Es gibt einen zarten Lichtstreifen am Horizont; jede Krise ist auch eine Chance. Nützen wir sie! Bündeln wir unsere Kräfte, um gestärkt aus dieser schwierigen Zeit hervorzugehen!

Stellen wir die Weichen für mehr Menschlichkeit, für echte Solidarität, für neue Zukunftsmodelle, die die Menschen und den Schutz unseres Planeten im Fokus haben – ganz im Sinne der von den Vereinten Nationen verabschiedeten „Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung der Welt“: ein gutes und sicheres Leben für alle!


 

Die Nachbarschaft stärken

 

Photo: Předchozí  Další
Photo: Předchozí  Další

Am ersten Märzwochenende dieses Jahres kamen Naturfreunde-Gruppen aus Tschechien und dem deutschen Bundesland Sachsen in Naundorf, am Rande des Nationalparks Sächsische Schweiz, zusammen, um bestehende Kontakte und die zukünftige Zusammenarbeit über die gemeinsamen Landesgrenzen hinweg zu intensivieren.

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Die Verbände und Ortsgruppen präsentierten ihre erfolgreichen Projekte, versuchten gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden und kreierten Ideen für eine engere Kooperation sowohl auf Landes- als auch auf Lokalebene.
Mehr Informationen (auf Tschechisch und Deutsch) und Fotos auf der Website der Naturfreunde Tschechiens.


Die Segel setzen für den Umweltschutz in Europa

EEB
Photo: European Enviornmental Bureau EEB

 

Manfred Pils, Präsident der NFI, war bei der Jahreskonferenz des Europäischen Umweltbüros (European Environmental Bureau, EEB) und bei der EEB-Generalversammlung am 18. und 19.11.2019 in Berlin dabei. Hier sein Bericht:

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Die Jahreskonferenz des EEB stand unter dem Motto „Sailing the winds of change for Europe’s Environment“.

Die negativen Folgen des Klimawandels sind inzwischen spürbar, der Verlust an Biodiversität (z.B. Insektensterben) deutlich sichtbar. Ein immer größerer Teil der Bevölkerung, vor allem junge Menschen, fordern die Politik zum Handeln auf. Europa ist die Weltregion mit den besten Umweltverständnis und den am besten entwickelten Umwelt- und Sozialgesetzen. Die Jugendbewegung für ein klimabewusstes Handeln hat einerseits die Grünen im europäischen Parlament gestärkt, andererseits möchte die neue Kommission in den ersten hundert Tagen den „European Green Deal“ präsentieren. Eine wesentliche Rolle dabei spielen die Präsidentschaften, die besonders vom EEB – und das ist eine der Stärken des EEB – laufend in Richtung der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in Europa betreut werden. Auch bei dieser Jahreskonferenz waren neben ExpertInnen und VertreterInnen des EU-Parlaments auch VertreterInnen der kommenden deutschen Präsidentschaft am Podium, die über ihre Umsetzungspläne der europäischen Agenda berichteten.

Unisono sehen alle politischen VertreterInnen – sei es nun in Europa oder in den Mitgliedsstaaten – im „European Green Deal“ eine Chance, Europa einen für den/die BürgerIn positiven Inhalt zu geben, indem nicht nur die ökologische, sondern auch die soziale Agenda vorangetrieben wird. Die nächsten 100 Tage sind daher eine Schlüsselperiode, um den European Green Deal zu gestalten.

Die Umsetzung des „European Green Deal“ war auch ein Beratungsschwerpunkt der jährlichen Generalversammlung des EEB. Dabei wurde klargestellt, dass ein „European Green Deal“ parallel zur derzeitigen Agrarpolitik und Strukturförderung wenig Sinn macht und auch keinen Erfolg haben kann. Stattdessen müssen auch die Finanzströme der EU in Richtung eines Green Deals umgesteuert werden. Das heißt für die Agrarpolitik, dass öffentliche Mittel nur für öffentliche Zwecke ausgegeben werden dürfen und die ökologisch kontraproduktiven Subventionen an die Agrarindustrie gestoppt werden müssen. Stattdessen brauchen wir die Förderung einer ökologischen Landwirtschaft, die Erhaltung von CO2-Senken wie Wälder, Moore und Naturlandschaften, und die Investition in eine nachhaltige Infrastruktur, wie etwa Hochgeschwindigkeitszüge. Natürlich müssen vor allem ländliche Regionen aufgewertet und gestärkt werden, um ihre Funktion als Natur- und Lebensraum zu erhalten.

Positiv ist, dass dem Vizepräsidenten der Kommission, Frans Timmermans, die Generalverantwortung für Klimapolitik übertragen wurde und andere Bereiche wie Agrar- oder Transportpolitik ihm berichten müssen – hier besteht die Hoffnung, dass Klimapolitik nun endlich auch in den Teilpolitiken umgesetzt werden kann.
Die NFI wird im Rahmen der Green 10 und des EEB alle Maßnahmen unterstützen, die zu einer effizienten Klimapolitik und einem „European Green Deal“ führen, der diesen Namen auch verdient.


 

Werde „BotschafterIn für das Klima"!

 

BotschafterInnen fürs Klima
Photo: NaturFreunde Bremen

 

Im Jahr 2010 haben die Naturfreunde Bremen ein internationales Bildungsprojekt für nachhaltige Entwicklung gestartet. Kinder und Jugendliche aus Europa, Afrika und Südamerika werden zu "BotschafterInnen für das Klima" ausgebildet.

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SchülerInnen verschiedener Altersgruppen führen gemeinsam Kampagnen gegen den Klimawandel durch. Die Internationalität des Klimaprojekts unterstreicht eine wichtige Botschaft: Der Klimawandel hört nicht an den Landesgrenzen auf und jede/r sollte sich um den Klimaschutz kümmern.

Begonnen hat das Projekt 2010 in Deutschland und Togo, das Echo war so gut, dass die Workshops bald darauf auch in Namibia (2014 in Swakopmund und 2015 in Windhoek) sowie 2017 in Chile durchgeführt wurden.

Mehr Informationen auf der neuen Website.


 

Naturfreunde Österreich: Bergsportprofis helfen beim Aufbau einer professionellen Ausbildung im Iran

von Ernst Dulnigg

Naturfreunde Niederösterreich
Photo: Naturfreunde Niederösterreich

 

Iranische Bergsteiger und österreichische Naturfreunde: Eine Freundschaft, die vor zwei Jahren ihre ersten zarten Bande knüpfte und sich mittlerweile wie ein festes Seil problemlos über alle politischen wie kulturellen Grenzen hinweg zieht.

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Ende Juli 2018 waren die Naturfreunde Österreich im mystischen Persien. Anlass war eine Einladung zu einem Bergsteiger-Symposium anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Erstbesteigung des Damavand, des höchsten Gipfels des gesamten Nahen Ostens, durch den Österreicher Karl Georg Theodor Kotschy. Österreicher und Iraner marschierten Seite an Seite zum Gipfel auf den noch leicht rauchenden 5.671 Meter hohen Vulkankegel, der etwa 70 Kilometer ost-nordöstlich von Teheran, südlich des kaspischen Meeres liegt. Mit dabei: the blind climber Andy Holzer. „Das war eine Tour, die gezeigt hat, dass Berge im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzen können und Wanderer verschiedener Kulturen wertfrei und eng verbunden ein Ziel erreichen können: den Gipfel“, sagt der Delegationsleiter und Landesgeschäftsführer der Naturfreunde, Ernst Dullnigg. Dieses besondere Ereignis war für die österreichische Botschaft, das österreichische Kulturforum und den iranischen Bergsteigerverband Anlass, ein Symposium zu organisieren, aber nicht nur: Es wurden noch die Jubiläen 160 Jahre diplomatische Beziehung Iran-Österreich und 60 Jahre österreichisches Kulturform in Teheran gefeiert. „Dabei hat sich gezeigt, welch großes touristische Potenzial im Bergsport in Teheran steckt, aber auch klar, dass es an ausgebildeten Bergführern in Teheran fehlt“, erzählt Dullnigg, dass dies den Startschuss für die Bergführerausbildung durch österreichische Naturfreunde Alpinisten im kommenden Jahr bildete.

Skitourenausbildung im Iran

Ende Februar 2019 reisten Ewald Putz, Chef der Naturfreunde Alpinistengilde Österreich, weiters Dr. Marcellus Schreilechner und Stefan Binder, beide vom Ausbildungsteam der Naturfreunde Österreich, in den Iran, um am Fuße des Damavand, im Ausbildungszentrum des iranischen Bergsteigerverbandes 24 persische Bergsteiger, darunter drei Frauen, auf ihre künftige Tätigkeit als Bergführer vorzubereiten. Die Ausrüstung der Perser war durchwegs auf dem neuesten Stand, nicht aber immer deren richtige Anwendung und deren Nutzen. Das stand daher im Zentrum des Theorieparts. Sicherheit im Gelände bildete dann den Schwerpunkt beim Outdoortraining. Schneeprofile erstellen, analysieren sowie auswerten – und das bei starkem Schneefall und minus 6 Grad – machten das Training realitätsnah. Es zeigte sich: Sicherheitsstandards mit Fokus auf Eigensicherheit, wie sie in Österreich selbstverständlich sind, waren zum Teil für die persischen Bergsteiger noch vorerst Neuland, wurden aber schnell übernommen. „Das gemeinsame Wintertraining war nun ein erster Schritt, damit Bergsteigerinnen und Bergsteiger im Iran eine professionelle Ausbildung zum Führen von Gruppen in den Bergen bekommen“ meint Dullnigg.

Nachhaltiger Tourismus im Iran

Ende September waren die Naturfreunde mit der Bundesvorsitzendenstv. Karin Scheele, Veronika Grünschachner-Berger, Timo Moser und Ernst Dullnigg im Iran beim „Eco Sustainable Symposium“ mit mehreren Workshops über die Möglichkeiten zur Förderung des Bergtourismus mit Beispielen aus Österreich vertreten.

Naturfreunde Niederösterreich
Photo: Naturfreunde Niederösterreich

 

Aktuell gibt es rund 64.000 Bergsteiger im Iran. Auch für den internationalen Bergsport-Tourismus wird der Iran immer attraktiver. Rund 1.000 Personen sind derzeit als Trainer und Bergführer in Persien aktiv. Eine Ausbildung mit internationalen Standards wird dringend gebraucht. Weitere Kurse sind von Nöten. „Wir Naturfreunde wollen hier weiter den Iran unterstützen“, betont Dullnigg. Im Februar 2020 steht daher eine weitere Skitourengeherausbildung durch die Naturfreunde im Iran am Programm. „Ziel ist es, dass der persische Bergsportverband in weiterer Folge selbst Trainerausbildungen auf internationalem Niveau mit höchsten Sicherheitsstandards durchführt“, resümiert Dullnigg.

Artikel in eTurboNews

 


 

Neue Mitgliedsverbände in Gambia und Bosnien!

NFI

Die Jahreskonferenz der Naturfreunde Internationale am 28. September 2019 hat zwei neue C-Mitglieder aus Gambia und Bosnien aufgenommen.

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JUST ACT in Gambia arbeitet bereits seit mehreren Jahren im Rahmen der Landschaft des Jahres Senegal/Gambia intensiv mit den Naturfreunden zusammen. Die Organisation setzt sich für eine nachhaltige Tourismusentwicklung und die Schaffung von Zukunftsperspektiven vor allem für junge Menschen in Gambia ein und verfügt über ein Netzwerk aus international anerkannten Expertinnen und Experten. Mehr Information.

Die erst vor kurzem gegründete Naturfreundeorganisation in Bosnien betreibt ein Naturfreundehaus in Srebrenica und engagiert sich für den Natur- und Umweltschutz und die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus rund um Srebrenica. Mehr Information.


 

Kletterrouten bohren in Nablus
Warum Nürnberger NaturFreundInnen das Klettern in Palästina fördern

Klettern Palästina
Photo: Manfred Eiselt/NaturFreunde Nürnberg Mitte

NaturFreundInnen aus Nürnberg verbrachten fünf Tage in Palästina, um in Nablus Kletterrouten zu bohren.

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Damit möchten sie die Kletterszene vor Ort unterstützen und vor allem Jugendlichen ein aktives Freizeitangebot bieten. Und nicht zuletzt wollen sie mit den Kletterrouten Brücken bauen – zwischen den Menschen in Nablus und Nürnberg, zwischen Jugendlichen vor Ort. Lesen Sie einen ausführlichen Bericht auf der Website der NaturFreunde Deutschlands sowie in unserem tourism_LOG (englisch).


Outdoor against Cancer: Naturfreunde bieten neue Perspektiven für KrebspatientInnen

Outdoor against cancer
Photo: Naturfreunde Österreich


Eine Krebserkrankung ist für Betroffene und deren Familien und Freundeskreis eine große Herausforderung. In dieser Zeit wollen die Naturfreunde Österreich KrebspatientInnen etwas Einfaches und Wirksames in die Hand geben: die gesundheitsfördernde Bewegung in der Gruppe.

Die Naturfreunde Österreich wollen gemeinsam mit dem deutschen Verein „Outdoor against Cancer“ KrebspatientInnen neuen Mut geben und neue Perspektiven bieten. Viele fühlen sich in solch einer schwierigen Lebensphase hilflos und sehen es als einzige Perspektive, sich ausschließlich auf die Hilfe der kurativen Medizin zu verlassen.

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Therapiebegleitende Outdoor-Angebote

„Outdoor against Cancer: move yourself, go out and live!“ ist ein von der Europäischen Kommission unterstütztes Projekt. Die Technische Universität München erhielt gemeinsam mit den Naturfreunden Kärnten und weiteren vier Organisationen aus Deutschland, Italien, Schweden und Griechenland für 2019 und 2020 eine Förderung im Rahmen von „ERASMUS+ Sport“. Es werden unter anderem Veranstaltungen organisiert, die auf die positiven Effekte von Sport und Bewegung während und nach einer Krebserkrankung informieren.
Es geht dabei nicht um Leistungssport, sondern darum, durch regelmäßige und gezielte Bewegung Körper und Geist während einer schwierigen Zeit zu stärken. Das Bewegungs- und Outdoor-Angebot der Naturfreunde bietet dafür einen geeigneten Rahmen.

Fortbildung für KursleiterInnen

Um ein qualitativ hochwertiges Angebot auch für Menschen mit Krebserkrankung sicherzustellen, ist es wichtig, die KursleiterInnen der Naturfreunde mit dem dafür nötigen Wissen auszustatten. Eine solche Fortbildung, die von der Fakultät für Sport und Gesundheitswissenschaften der TU München gemeinsam mit dem Verein “Outdoor against Cancer” entwickelt wurde, wird nun im Rahmen des EU-Projektes auch bei den Naturfreunden Österreich angeboten.

Outdoor against cancer
Photo: Naturfreunde Österreich


Eine erste zweitägige Fortbildung fand bereits im Mai 2019 statt. 16 Naturfreunde nahmen daran teil und lernten in Theorie und Praxis, was es in ihren Kursen im Umgang mit KrebspatientInnen zu berücksichtigen gilt. Im praktischen Teil konnten die TeilnehmerInnen u.a. mithilfe von Simulationen am eigenen Leib erfahren, was es heißt, sich mit körperlichen Einschränkungen zu bewegen. Diese Erfahrungen ermöglichen den TeilnehmerInnen nun, sich besser in die Rolle von PatientInnen hineinzuversetzen und dadurch auch deren Sicherheit zu gewährleisten.


Erste “Outdoor against Cancer”-zertifizierte Kurse angeboten
In Kürze werden die TeilnehmerInnen, die die Fortbildung mit einer Abschlussprüfung absolvierten, ihre “Outdoor against Cancer”-zertifizierten Kurse anbieten. Das Angebot reicht von leichten Wanderungen bis hin zum Skifahren, Klettern und Bouldern. Weitere Fortbildungen sind für den Herbst dieses Jahres und auch für 2020 geplant. Dann wird ein breit gefächertes Outdoor-Angebot für KrebspatientInnen fix im Kursangebot der Naturfreunde Österreich verankert sein.

Naturfreunde Österreich


 

Europawahlen 2019: Was NaturfreundInnen von zukünftigen EU-Parlamentariern erwarten sollten!  

EU Flagge

Ein Kommentar von Manfred Pils, Präsident der Naturfreunde Internationale

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Eine sehr einseitige Ausrichtung der europäischen Politik auf ökonomische Liberalisierung der Wirtschaft und auf Geldstabilität hat bei vielen BürgerInnen zu Zweifeln am Sinn und Zweck der Europäischen Union geführt. Es ist kein Zufall, dass gerade die BürgerInnen des Vereinigten Königreichs in einem Referendum für den Austritt aus der EU entschieden haben, wo doch Großbritannien der größte Treiber der neoliberalen Politik war – und deren negative Folgen dann der Europäischen Union in die Schuhe geschoben hat. Dieses Muster, dass PolitikerInnen in der EU den Fortschritt behindern, aber dann zu Hause Europa für alle daraus entstehenden negativen Auswirkungen verantwortlich machen, sehen wir leider bei vielen populistischen Parteien in Europa, die bei der Wahl zum EU-Parlament im Mai auch offensiv für einen Abbau der Kompetenzen Europas zugunsten nationaler Kompetenzen werben.  
 
Dabei ist es offensichtlich, dass nur eine starke Europäische Union, die ihre Nachhaltigkeitsziele mit Nachdruck umsetzt, die globalen Herausforderungen der Welt bewältigen kann:  
 
1. Vom weltweiten Klimawandel sind alle betroffen und er kann nicht allein auf nationaler Ebene bekämpft werden. Die Europäische Union muss die Klimaziele von Paris ernst nehmen und die Energiewende in Europa vorantreiben. Dazu brauchen wir eine europaweite CO2-Steuer, um die Transformation in Richtung einer CO2-freien Wirtschaft zu beschleunigen. Ein „Green New Deal“ fördert nicht nur die Umsteuerung in eine nachhaltige Energiepolitik, sondern lässt auch neue, zukunftsträchtige Wirtschaftszweige entstehen.  
 
2. Die europäische Landwirtschaftspolitik muss sich von der exportorientierten Massenproduktion auf die Förderung regionaler, hochwertiger, gesunder und leistbarer Lebensmittel umstellen. Das Verbot chemischer Pestizide wie Glyphosat, die Förderung der biologischen Vielfalt und die Beachtung des Tierwohls schafft nicht nur gesunde Lebensmittel, sondern trägt auch zur Erhaltung unserer natürlichen Umwelt bei.  
 
3. Ein gutes Leben basiert vor allem auch auf wichtigen öffentlichen Dienstleistungen, wie Schulen, Wasser- und Energieversorgung, Nahversorgung mit Lebensmitteln, Verkehr, Abwasserreinigung und Recycling. Anstelle der Privatisierung dieser Dienstleistungen – die letztendlich dazu führt, dass die Qualität nur mehr in großen Ballungsräumen gesichert ist, und die daher in vielen Ländern bereits gescheitert ist – brauchen wir den Schutz und die Förderung dieser öffentlichen Dienste auch im ländlichen Raum. Die europäischen Regionalförderungen sind ein wesentlicher Schlüssel, um den Ausgleich zwischen Stadt und Land zu bewerkstelligen. 

4. Nationale und internationale Unternehmen profitieren von der öffentlichen Infrastruktur sowie von den wichtigen Bildungs- und Forschungseinrichtungen, die über Steuern finanziert werden. Das gegenseitige Ausspielen von Nationalstaaten, welches zu lächerlich niedrigen Unternehmenssteuern beigetragen hat, muss unterbunden werden. Nur eine konzertierte Aktion auf Europäischer Ebene kann diesen Teufelskreis des Steuerdumpings unterbrechen, um Steuergerechtigkeit auf allen Ebenen zu erreichen. Wir brauchen europäische Mindestsätze bei der Besteuerung von Unternehmensgewinnen, die Besteuerung am Ort der Produktion und nicht am Sitz der Firmenzentrale, die Abschaffung von Ausnahmen wie z.B. für die Luft- und Schifffahrt, eine europäische Finanztransaktionssteuer und die Einrichtung digitaler Betriebsstätten. Die EU-Förderungen müssen an ein angemessenes Steuerniveau in den Ländern und andere Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt werden.   
 
5. Die EU muss auch ökologische und soziale Standards sicherstellen –sowohl innerhalb der EU selbst, aber auch auf globaler Ebene mit den Handelspartnern. Es darf keinen Handel mit Produkten aus Kinder- und Zwangsarbeit geben, wir brauchen rechtliche Rahmenbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit strengen Kennzeichnungspflichten. Gerade das Lohn- und Sozialdumping muss wirksam unterbunden werden, hat es doch wesentlich zu der leider vorherrschenden aggressiven Stimmung gegenüber „Ausländern“ beigetragen.    
  
6. Europa muss die Fluchtursachen und nicht die Flüchtlinge bekämpfen. Jeder weiß, dass die Millionen Menschen, die sich auf der Flucht befinden, dieses Schicksal nicht freiwillig gewählt haben. Wir brauchen eine gemeinsame menschliche Asylpolitik nach innen und außen, eine europäische Seenotrettung und einen europäischen Solidaritätsfonds zur Unterstützung von Städten und Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen und aktive Integrationsleistungen setzen.  

7. Zur Umsetzung vieler dieser Maßnahmen müssen wir auch das Einstimmigkeitsprinzip abschaffen. Es kann nicht sein, dass die Verhinderer das Tempo der notwendigen Änderungen bestimmen und dann noch damit Stimmung gegen die EU machen. Auch das Europäische Parlament muss aufgewertet werden, in dem es zum Beispiel auch eine Gesetzgebungskompetenz erhält. 
 
Alle diese Forderungen erfüllen die Ziele einer ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit – sie werden zur sozialen Sicherheit, zu Arbeitsplätzen und zu einem Wohlstand auch in benachteiligten Regionen beitragen. Der Präsident der Naturfreunde Österreich, Andreas Schieder, kandidiert als Listenerster der sozialdemokratischen Partei Österreichs für das Europäische Parlament. Er fordert, dass der neoliberale Stabilitäts- und Wachstumspakt der EU einem nachhaltigen Entwicklungspakt weichen muss, der an verbindliche ökonomische, ökologische und soziale Ziele gebunden ist. Anstelle des Verschuldungsgrades sollen Indikatoren wie Arbeitslosenrate, CO2-Emissionen, Wohnkosten oder die Vermögensverteilung treten, die besser den Zustand der ökologischen und sozialen Wohlfahrt widerspiegeln.     
 
Letztendlich ist auch entscheidend, dass möglichst viele BürgerInnen sich an der Wahl zum Europaparlament beteiligen, damit die deklarierten ZerstörerInnen Europas nicht noch mehr Schaden anrichten können – gegen den sie uns dann auf nationaler Ebene „schützen“ wollen.  


 


 

Ein Besuch bei Freundinnen und Freunden

Logo der Naturfreunde  Wien

Die Naturfreunde Wien laden anlässlich des 125 Jahre Jubiläums der Naturfreunde-Bewegung interessierte Naturfreunde-Gruppen ein, an diversen Aktivitäten in und um Wien teilzunehmen.

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Eine gemeinsame Festwoche wird im Anschluss an den NFI-Kongress am 13. Juni 2020 stattfinden. Die Führungen und Wanderungen können in Absprache mit den Naturfreunden Wien während des ganzen Jahres durchgeführt werden. Bei Interesse meldet Euch bitte direkt in der Geschäftsstelle der Naturfreunde Wien: wien@naturfreunde.at

 

Aktueller Programmvorschlag zum download.


Die Naturfreunde Tschechien feiern 25 Jahre. Ihre Wurzeln reichen aber noch viel weiter zurück ... 

Naturefriends Tschek Republic
© Přátelé přírody z. s

Am 16. Februar 2019 feiert der nationale Naturfreundeverband in Tschechien sein 25-jähriges Jubiläum der Neugründung. Er entstand 1994 aus zwei Organisationen, dem nordböhmischen Touristischen Verein „Naturfreunde“ aus Jablonec nad Nisou (dt. Gablonz) mit Ortsgruppen in Liberec (dt. Reichenberg), Prag und Ostrava (dt. Ostrau), und dem Kinder- und Jugendverband Duha mit Gruppen junger Leute in ganz Tschechien.  

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Hurra! könnte man sagen. Aber es hat sich schon bald gezeigt, dass dieses Modell nicht funktioniert beide Organisationen hatten zwar ein gemeinsames Dach, machten aber nur wenig gemeinsam. Dies hat sich 2010 geändert, als mehrere neue Ortsgruppen der Naturfreunde gegründet und gemeinsame Aktivitäten initiiert wurden, wie das mehrtägige Jahrestreffen und weitere Projekte. Seit 2015 ist Duha leider kein Mitglied der Naturfreunde Tschechien mehr, mit ihr haben wir 3.000 junge Mitglieder verloren. Der Landesverband arbeitet seitdem „nur“ in sieben Ortsgruppen darunter die mit 350 Mitgliedern größte in Gablonz. Es ist aber eine intensive (Zusammen-)Arbeit in den Bereichen Natur, Kultur, Geschichte, Menschenrechte, Partizipation und sanfter Tourismus. 

Lange Tradition 

Der Verein baut jedoch auf weitaus älteren Wurzeln auf, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Einer der Gründer der Naturfreundebewegung, Georg Schmiedl, wurde in Prossnitz (heute Prostejov, Osttschechien) geboren. Die erste Naturfreundegruppe wurde auf dem Territorium des heutigen Tschechiens gegründet, kurz nach der Gründung der ersten Gruppe in Wien im Jahre 1895 (die 1897 in Trnovany in Nordböhmen gegründete Gruppe war übrigens die drittälteste weltweit). Die Bewegung wurde laufend größer, 1921 wurde schließlich auf dem Prager Kongress eine landesweite Vereinigung, die „Naturfreunde in der Tschechoslowakei, gegründet 

Die Naturfreunde waren zu dieser Zeit bis auf wenige Ausnahmen rein deutschsprachig und arbeiteten in den Grenzgebieten der Tschechoslowakei. Sie bauten aus eigener Kraft ihre Naturfreundehäuser auf, um von Samstag (damals Arbeitstag) bis Sonntag einen Schlafplatz zu haben. Vor dem Krieg gab es in der Tschechoslowakei 39 Naturfreundehäuser (auch in der Hohen Tatra), aber das einzige, das bis heute erhalten ist, ist die „Präsidentenhütte“, die 1927 im Isergebirge gebaut wurde. 

Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers und seiner NSDAP in Deutschland und dem Anschluss Österreichs, der Wiege der Naturfreunde, wurde die Naturfreunde-Bewegung in Deutschland und Österreich verboten; die Mitglieder des Vereins wurden verfolgt, einige sogar inhaftiert. Da boten die tschechoslowakischen Naturfreunde 1936 an, einen Kongress der internationalen Bewegung in Brno (dt. Brünn, Südosttschechien) abzuhalten. Zwei Jahre später wurden die tschechischen Sudeten und bald die übrige Tschechoslowakei von Deutschland besetzt. Und auch hier wurden die Naturfreunde von den Nazis verboten und ihr Eigentum wurde konfisziert, wie in Deutschland und Österreich. 

In der nach dem Krieg wiederbelebten Tschechoslowakei war es nicht möglich, deutsche oder linke Organisationen zu bilden; und auch in der Folgezeit des "Aufbaus des Sozialismus" konnten solche Ideen nicht realisiert werden. So fand die „Wiederbelebung“ der Bewegung erst nach der Samtenen Revolution 1989 statt. Mit Hilfe deutscher und internationaler NaturfreundInnen wurde die Bewegung in der Tschechoslowakei zuerst 1991 in Jablonec nad Nisou neu gegründet und seit 1994 arbeiten die Naturfreunde Tschechien landesweit. Und das wird nun gefeiert! 

 

Přátelé přírody z. s. / Naturfreunde Tschechien 

www.pratele-prirody.cz

 

Der Geburtstagswunsch von Manfred Pils, Präsident der Naturfreunde Internationale 

Im Namen der internationalen Naturfreundegemeinschaft möchte ich den Naturfreunden aus Tschechien unsere herzlichsten Grüße zu ihrem Jubiläum übermitteln. Mein besonderer Dank gilt Mirek Prokes, der als Initiator bei der Gründung der Naturfreunde in Tschechien eine wesentliche Rolle eingenommen hat. In diesen 25 Jahren ist vieles geschehen. Nach dem Fall der Berliner Mauer gab es eine allgemeine Aufbruchsstimmung, die letztendlich in einen Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union mündete. Leider hat sich der versprochene Wohlstand nicht auf alle Bevölkerungsteile gleichmäßig verteilt, weshalb sich heute in vielen Ländern der Europäischen Union politischer Unmut zeigt, der auch zur Unterstützung von rechtspopulistischen oder sogar nationalistischen Parteien in vielen Ländern Europas geführt hat. Aber die Abschottung der Grenzen ist nur eine kurzsichtige Lösung - wir müssen vielmehr gemeinsam daran arbeiten, die Europäische Union zu einer sozialen und nachhaltigen Union zu gestalten, in der Solidarität und gemeinsamer Wohlstand eine wesentliche Rolle spielen. Die Naturfreunde Internationale hat seit ihrer Gründung 1895 immer die internationale und solidarische Verständigung in den Mittelpunkt gestellt. Internationale Begegnung und gemeinsame Projekte machen diese Internationalität erlebbar und tragen hoffentlich dazu bei, die Mauern in den Köpfen abzubauen. In diesem Sinne wünschen wir den Naturfreunden Tschechiens noch viel Erfolg in den nächsten Jahrzehnten.  

Mit einem herzlichen „Berg frei“ 

Manfred Pils, Präsident der NFI 


Ein Ökosystem in Gefahr

ATLED
© A.T.L.E.D.

Die Naturfreunde Algerien engagieren sich seit vielen Jahren für den Naturschutz in ihrem Land. Aktuell setzen sie sich insbesondere für den Schutz der Oasen im Süden Algeriens ein. Warum diese Ökosysteme gefährdet sind und wie sie geschützt werden können, erklärt Hedibi Abdellatif, Präsident von A.T.L.E.D. (NF Algerien). 

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Die Oasen sind aktuell weltweit gefährdet. Die Gründe dafür sind vielfältig: 

 * deutliche Veränderung des Klimas mit zunehmender Dürre und negativen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Wasser, 

* der starke Bevölkerungsdruck und die Urbanisierung setzen dem Ökosystem Oase zu, 

* die Kontrolle der großen Handelskonzerne über die Vermarktungswege der lokalen Produkte, 

* Veränderungen im Lebensstil und im Konsum, insbesondere der Konsum von Industrieerzeugnissen geht auf Kosten der lokal produzierten Lebensmittel und Produkte, 

* die mangelnde Weiterentwicklung und Modernisierung des Bodenrechts, der Wasserwirtschaft und der Nutzungsmethoden; das Ergebnis ist eine Zersiedelung der Landschaft, die die Ökosysteme gefährdet, 

 * geografische Isolation, 

* die fehlende Anerkennung der Besonderheit der Oase durch die Politik, insbesondere aber auch in der Agrarforschung, der Bildung und Weiterbildung. 

All diese Entwicklungen führen zu einer Schwächung der Kräfte in der Region, sowohl durch das Abfließen von Kapital als auch durch die Abwanderung junger Menschen in die Städte oder ins Ausland. 

In diesem Themenkomplex engagieren sich die Naturfreunde Algeriensund schlagen Lösungen für all diese Problemfelder vor. 

 

Hedibi Abdellatif,

Präsident von A.T.L.E.D (Naturfreunde Algerien) 


Die Naturfreunde Belgien wollen hoch hinaus

Naturefriends Belgium

© Natuurvrienden Bergstijgers/ATB De Natuurvrienden
 

Die Naturfreunde Belgien haben im April, Mai und Juni einige große Expeditionen vor: Eine Gruppe von sechs Mitgliedern wird den Denali in Alaska besteigen. Darunter Sanne Lenaerts, Vizepräsidentin von Natuurvrienden Bergstijgers. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.denali2019.be 

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Neben dieser schönen Reise nach Alaska wird auch eines unserer Mitglieder, Niels Jespers (Vorstandsmitglied), nach Pakistan fliegen und versuchen, den K2 zu besteigen. Dies ohne zusätzlichen Sauerstoff. Er würde der erste Belgier sein, der dies schafft. Außerdem klettert er aus eigener Kraft, im alpinen Stil. Nach der Besteigung des Khan Tengri und des Nanga Parbat wird dies sicherlich wieder ein tolles und schönes Erlebnis. Weitere Informationen auf seiner Website: https://www.nielsjespers.be 

 

Lars Ilya Meulenbergs 

Präsident der Bergsteigergruppe (Natuurvrienden Bergstijgers) des ATB De Natuurvrienden  

 


Der Klimawandel trifft die Naturfreunde Italien

von Christian Facchetti

Photo: Christian Faccetti
© Christian Faccetti / NF Italy

Am 29. Oktober 2018 wurde ganz Italien von einem Sturm von beispielloser Stärke heimgesucht, auch im Vergleich zu dem, was normalerweise in dieser Jahreszeit passiert. Leider ist Italien in den letzten Jahren weltberühmt geworden für eine schlechte Raumordnung und schlechtes Flächenmanagement, das viel zu wenig Rücksicht auf die naturräumlichen Gegebenheiten nimmt. Was jedoch Ende Oktober 2018 geschah, hat man in den letzten Jahrhunderten noch nie erlebt.

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Very famous, unfortunately, have become the images of the eradication of 300,000 trees in the Dolomites in a forest known to provide the precious wood the Stradivari violins are built with; less powerful but equally painful were the injuries suffered in the area where there are 2 local groups of Italian Naturefriends, fortunately without causing damages to NF houses.

This is the case of Monte Baldo on the eastern side of Lake Garda, where numerous trees have been uprooted and have closed the forest paths at several points near the Casa NF Baito 359; much more violent instead was the wind that hit the Camonica Valley (in particular Saviore dell'Adamello) exceeding 200 km/h with the consequent uprooting of about 20,000 old trees. The event was so powerful that the local authorities asked the local population not to leave the house for any reason and, the next day, the forest was completely closed by walls of fallen trees. Furthermore, the situation in this area is far from being resolved: winter is coming, and the municipality still awaits the funds to start the work of cleaning the forest on a large scale.

In both cases, however, the friends of nature became protagonists of voluntary activities, much appreciated by the respective communities, restoring with intense manual work the viability of the woods.

For information: info@amicidellanatura.it


Camp für junge BergsteigerInnen im Iran

UIAA Youth Camp
© Atour Adventure Club/UIAA

 

Der Atour Adventure Club im Iran ist seit kurzem Mitglied der Naturfreunde Internationale. Seit Jahren organisiert der Club das UIAA (Union Internationale des Associations d’Alpinisme) Jugendcamp. Dieses Camp ist der perfekte Treffpunkt für junge BergsteigerInnen aus aller Welt.

 

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Gemeinsam besteigen die TeilnehmerInnen den Damavand, den mit 5.610 Metern höchsten Berg des Iran und den höchsten Vulkan Westasiens. Dabei lernen die jungen BergsteigerInnen neue Kulturen und Menschen kennen und schließen neue Freundschaften. Es bietet sich auch immer wieder die Möglichkeit, erfahrene Bergsteiger wie Krzysztof Wielicki persönlich zu treffen. Seit 2015 gibt es diese Veranstaltung, mit TeilnehmerInnen aus ganz Europa, darunter Frankreich, Italien, Deutschland, Belgien, Dänemark, Polen sowie aus Afghanistan, Malaysia, Indien, Aserbaidschan und Sri Lanka.

Das nächste Camp findet von 20. Juli bis 1. August 2019 statt. Mehr Informationen.

Atour Adventure

 


NIVON (Naturfreunde Niederlande) wird 95

Naturfreundehaus
NIVONs erstes Naturfreundehaus Krikkenhaar 1928

 

Im kommenden Jahr feiert NIVON, Naturfreunde Niederlande, seine Gründung vor genau 95 Jahren. Vor einem halben Jahrhundert hat NIVON ein jährliches Festival ins Leben gerufen: das PIKA (= Pinsterkamp), das immer am Pfingstwochenende gefeiert wird. Nächstes Jahr wird es das Jubiläumsevent sein, das von 7. bis 10. Juli 2019 stattfindet.

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Der Vorstand von NIVON freut sich, VertreterInnen der internationalen Naturfreunde-Familie einzuladen, insbesondere Mitglieder der Internationalen Naturfreundejugend IYNF sind herzlich willkommen. 

Der 95. Jahrestag wird der Auftakt zu einer größeren Veranstaltung sein. Es soll die Bedeutung der Werte, an die wir glauben, unterstrichen werden: Ehrlichkeit, Nachhaltigkeit, soziales Miteinander und Toleranz. NIVON setzt sich für eine solidarische Gesellschaft ein. 

Im Jahr 2024 hofft NIVON, sein hundertjähriges Jubiläum zu feiern. Im selben Jahr erinnern die niederländischen Naturfreunde daran, dass sie der NFI vor genau hundert Jahren beigetreten sind.

Website NIVON

 

(November 2018)


 

 


 

Das Jedermannsrecht
von Hannele Pöllä/Työväen retkeilyliittory, Naturfreunde Finnland
 

Walking in Finland
© R. Jalkanen

 

Das Jedermannsrecht ist ein wichtiger Teil im Leben der Menschen in Finnland; es erlaubt den freien Zugang zu Wäldern und Naturgebieten fast überall im Land. Unabhängig vom Wohnort, spielt das Jedermannsrecht eine wichtige Rolle für die Menschen, insbesondere für die Erholung in der Natur, im Ökotourismus und für die Nutzung der Natur als Lebensgrundlage. Ohne dieses Jedermannsrecht könnten die Menschen nur öffentliche Bereiche, Straßen und ihren eigenen Besitz nutzen. 
 
Wie zahlreiche  Studien zeigen, fördert der Aufenthalt in Wäldern und in der Natur die Gesundheit des Menschen: Wir erholen uns besser von Stress, der Kopf wird frei und Herzschlag und Blutdruck werden positiv beeinflusst.

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Everyman’s rights

Everyman’s right is an important part of people’s lives in Finland, allowing free access to forests and land areas almost everywhere in the country. Irrespective of people’s place of residence, everyman’s right plays an important role for them, especially in outdoor recreation, eco-tourism and the use of nature as a source of livelihood. Without everyman’s right, people would be confined to public areas, roads and the land that they personally own. According to several studies, being in the forests and close to nature increases the well-being: recovering from the stress is enhanced, the mind is refreshed, and the heart pulse and blood pressure are decreased.
 
Everyman’s rights are for the Finns quite self-evident as we have enjoyed them for all our lives. Only the people in Norway and Sweden have similar rights. Therefore, for many foreign visitors it is hard to believe that everybody can pick up mushrooms or eat blackberries in the forest. 
 
Everyman’s rights allow people to:

  • move about on foot, ski and bicycle in nature, such as in forests, natural meadows and water bodies,
  • ride horses,
  • stay in and temporarily stay overnight in areas where movement is also permitted,
  • pick wild berries, mushrooms and unprotected plants,
  • angle and ice fish, and
  • boat, swim and wash themselves in waters and move about on ice.

 
The key principles of everyman’s rights are derived from the Finnish Constitution, which also ensures the protection of property. Accordingly, there are certain limitations to the rights and people are not allowed to:

  • disturb the use of land by the landowner,
  • move about in yards, cultivated areas or cultivated fields,
  • cut down or harm growing trees,
  • take dry or fallen wood,
  • take moss or lichen,
  • light an open fire on another’s land,
  • disturb domestic premises, for example, by camping too close to dwellings or making noise,
  • drop litter in the environment,
  • drive a motorised vehicle off-road,
  • disturb or damage birds’ nests or chicks,
  • disturb animals, or
  • hunt or fish without the appropriate permits.


The Finnish Yle, the public service broadcasting company, has launched  a one-week campaign "Mennään metsään” - “Let’s go to forest”,  where people can register their visits to nature. So far there are already more than 290,000 visits in the register: https://yle.fi/aihe/mennaan-metsaan. During the campaign Yle also offers a rich variety of nature-related programs.
 
Finland is planning to apply for the everyman’s rights to be included in the Unesco cultural heritage list of living traditions. The list has more than 450 objects from 117 countries – so far nothing from Finland.

Naturefriends Finland

(October 2018)

 


 

Ecocity Forum 2018
 

EcoCity Forum 2018
© Ecocity Forum

 

Vom 3. bis 5. Oktober fand in Thessaloniki, Griechenland, das Ecocity Forum 2018 "Circular Economy in Smart Cities" statt. Organisiert wurde die Konferenz von Ecocity Greece – einer Plattform, in der sich auch die Naturfreunde Griechenland engagieren – mit dem Ziel, das Bewusstsein für Kreislaufwirtschaft und Smart Cities zu schärfen.

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Internationale ExpertInnen konnten als Vortragende in den verschiedenen Panelsitzungen gewonnen werden. Die Naturfreunde Internationale, vertreten durch Katrin Karschat, war eingeladen, die Initiative Transforming Tourism vorzustellen. Diese Initiative, die die Herausforderungen der Tourismusbranche hinsichtlich der Agenda 2030 beleuchtet und auch die Menschenrechte im Tourismus thematisiert, stieß auf großes Interesse und regte zu einer interessanten Diskussion an. 
 
Ecocity Forum | Naturfreunde Griechenland | Transforming Tourism
 
(Oktober 2018)