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Eröffnungsveranstaltung zur LDJ Senegal/Gambia (© Doris Banspach)
Eröffnungsveranstaltung zur LDJ Senegal/Gambia (© Doris Banspach)

Landschaft des Jahres Senegal/Gambia 2018 – 2020

Die Landschaft des Jahres Senegal/Gambia nimmt als erste auf dem afrikanischen Kontinent verwirklichte Landschaft des Jahres eine besondere Stellung ein. Sie soll als Pilotprojekt der Naturfreundebewegung veranschaulichen, wie internationale Solidarität anhand konkreter Aktivitäten in der Region gelebt und nachhaltig verankert werden kann.

Die ausgewählte Region liegt am Rande der Sahelzone und ist schon heute durch die Folgen des Klimawandels gezeichnet. Das Thema Klimagerechtigkeit spielt daher auch in den Aktivitäten eine zentrale Rolle. Mit begleitenden Aktivitäten in Europa soll eine breite Beteiligung europäischer Naturfreundinnen und Naturfreunde erreicht werden. Und Naturfreunde-Reisen in die Region sollen ein persönliches Kennenlernen und einen intensiven Austausch ermöglichen und den sanften Tourismus in der Region unterstützen, der für die Bevölkerung eine wichtige Einkommensquelle darstellt. 

Nach dem erfolgreichen politischen Umbruch in Gambia befindet sich das Land in einer Aufbruchsstimmung, die für die Zusammenarbeit der beiden Länder in der Grenzregion und für die Aktivitäten im Rahmen der Landschaft des Jahres eine perfekte Voraussetzung bietet. Und natürlich hoffen die Menschen vor Ort, in den nächsten Jahren viele europäische Gäste in ihrer Heimat begrüßen zu dürfen! 


 

INFOS AUS DER LANDSCHAFT DES JAHRES 2018/2020 – SENEGAL/GAMBIA (26)

Unabhängige Lokalradios in Senegal – das Beispiel Radio Koungheul FM 

In Koungheul, dem senegalesischen Hauptort der Landschaft des Jahres, wirken die Naturfreunde maßgeblich an der Programmgestaltung des Lokalradiosenders „Radio Koungheul FM“ mit.

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Radio Koungheul

Ihr Präsident, Souleymane Mboup, der auch Stellvertretender Bürgermeister ist, leitet diese unabhängige bürgernahe Rundfunkstation, die ihrerseits Mitglied des nationalen Verbandes der Gemeinschaftsradios (Union des Radios Associatives et Communautaires URAC) mit ca. 100 Mitgliedern ist. Hier ist Souleymane Mboup Vize-Präsident. 


Trotz der weiten Verbreitung des Smartphones in Afrika spielen die Lokalradios eine wichtige Rolle als Medium, das sich lokaler Themen annimmt und der Bevölkerung eine Stimme gibt. Sie sind vor allem auch für den immer noch hohen Anteil von Analphabeten wichtig und sprechen Themen an, die die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der jeweiligen Gemeinschaft betreffen. Sie gehen auch in entlegene Dörfer und hören auf deren Anliegen. Für ein funktionierendes Gemeinwesen ist die kritische Stimme der Lokalradios ein wesentlicher Bestandteil. 


Radio Koungheul FM ist ein Beispiel dafür, wie die Mission der „radios communautaires et locales“ umgesetzt wird. Koungheul zeichnet sich durch eine besonders große ethnische und kulturelle Vielfalt aus, Radio Koungheul FM ist das einzige Medium, das sich zumindest in einigen der in der Stadt und den Dörfern gesprochenen Sprachen an die Bevölkerung wendet: Die Station sendet fünf Stunden täglich, in Wolof, Poular und Socé. 


Als unabhängiges Bürgerradio spricht Radio Koungheul FM Themen wie Gesundheit, Entwicklung, Jugend und Frauen, Umwelt etc. an. Durch aktive Beteiligung an den Programmen können die BewohnerInnen der Stadt und der umliegenden Dörfer an lokalen Entwicklungsprozessen teilhaben. Wichtig dabei ist, dass den BewohnerInnen die Möglichkeit gegeben wird, sich selbst zu äußern, so wie auch NGOs und Gebietskörperschaften ihre Anliegen einbringen können. 


Umwelt- und Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung sind dabei die Themen, die die Naturfreunde bewegen. Regelmäßig sind sie durch eigene Sendungen oder die Beteiligung an Programmen präsent. Vor allem die Landschaft des Jahres hatte und hat bei der Berichterstattung breiten Raum. So können auch entlegene Dörfer, die oft – z.B. wegen der klimatischen Bedingungen während der Regenzeit – von Informationen abgeschnitten sind, über die Naturfreunde und ihre Arbeit informiert bleiben. 


Obwohl Radio Koungheul FM – so wie die anderen unabhängigen Lokalradios – oft mit sehr geringen (finanziellen, technischen, personellen) Ressourcen auskommen müssen, trägt dieses Medium dadurch, dass es der Bevölkerung den aktiven und passiven Zugang zu Information bietet, zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen bei.


 

INFOS AUS DER LANDSCHAFT DES JAHRES 2018/2020 – SENEGAL/GAMBIA (25)

Neues aus Janjanbureh

Just Act, die Partnerorganisation der Naturfreunde in Gambia hat ihre Website aktualisiert.

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Just Act Blog

Unter https://www.justactgambia.org/blog finden sich nun aktuelle Beiträge in Blogform, u.a. auch der Link zu der neuen Facebook-Seite „Destination Janjanbureh“. Erste Beiträge informieren über die Geschichte der Stadt und aktuelle Themen (in englischer Sprache).

 


 

INFOS AUS DER LANDSCHAFT DES JAHRES 2018/2020 – SENEGAL/GAMBIA (24)

Das Kankurang-Festival in Janjanbureh – Die Landschaft des Jahres als Katalysator 

von Ingeborg Pint 


Schon zum zweiten Mal besuchten Naturfreundinnen und Naturfreunde – anlässlich einer Gruppenreise der Naturfreunde Baden (Deutschland) in die Landschaft des Jahres – das Kankurang-Festival in Janjanbureh.

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DieKankurang Festival
© Dieter Pfeifle

Diesmal dauerte es drei Tage, von Freitag 18. bis Sonntag 20. Januar 2019. Höhepunkt war der Samstag-Abend mit den Präsentationen von 15 Gruppen – „echten“ Kankurangs und anderen Maskenfiguren wie Zimba, Fairy, Kumpo oder Hunting Devil und andere. Das Rahmenprogramm umfasste geführte Touren in und um Janjanbureh sowie Handwerks- und Koch-Workshops.

 
Die Tradition des Kankurang 
In der Mandinka-Tradition (Senegal und Gambia) ist ein Kankurang eine von Kopf bis Fuß kostümierte Figur, deren Identität nicht erkennbar ist und die bei Initiations- und Beschneidungsriten für den Schutz der Initianden, aber auch generell für Ordnung und Sicherheit in der Gemeinschaft zu sorgen hat. Er (es gibt nur wenige weibliche Kankurangs) verkörpert die spirituellen und moralischen Werte der traditionellen Mandinka-Gesellschaft und ist von vielen Geheimnissen umgeben. Anlässlich der Aufnahme in die Liste Immateriellen Kulturerbes der UNESCO im Jahr 2005 wurde unterstrichen, dass der Kankurang  „ein Faktor gesellschaftlichen Zusammenhalts ist und dafür sorgt, dass der komplexe Bestand an Wissen und Praktiken weitergegeben und gelehrt wird, der die von den Initianden bewahrte kulturelle Identität der Mandinka ausmacht“.

 
Das Kankurang-Center neben dem Festplatz in Janjanbureh informiert anschaulich über diese Tradition und die verschiedenen Kankurangs und andere Maskenfiguren. Hier erfahren die BesucherInnen, welche Rolle konkret jedem der zahlreichen Kankurang-Typen zugewiesen ist und woraus die Kostüme bestehen: Bastfasern, Mahagoni-Zweige und die Rinde des Kamelfußbaumes (Bauhinia variegata) sind die Hauptbestandteile.  


Das Kankurang-Festival 
Soweit der traditionell-rituelle Hintergrund der Maskenzüge. Aktuelle Kankurang-Auftritte haben sich weitgehend von diesem Kontext abgesetzt, sind „Darbietungen“, „Shows“, was in den Augen Vieler zur Banalisierung der Tradition beigetragen hat. Durch die Kommerzialisierung und touristische „Nutzung“ der Kankurang-Tradition, die damit Allgemeingut wird, verlieren die ursprünglich rituellen Umzüge ihre Aura. 
So ist auch das Festival als Darbietung, als „Vorstellung“ zu sehen und ist für Janjanbureh und den Central River District Gambias eine touristische Attraktion. Es geht auf das Jahr 1983 zurück und fand bis 2008 regelmäßig statt. Nach zehnjähriger Pause wurde es im Januar 2018 aus Anlass der Ausrufung der Landschaft des Jahres Senegal-Gambia wiederbelebt und mittlerweile in den nationalen Kulturkalender Gambias als alljährlich in der zweiten Januar-Hälfte stattfindende Veranstaltung aufgenommen. Die Landschaft des Jahres kann also als Katalysator für die Bewahrung traditionellen Kulturguts in einem neuen Zusammenhang gesehen werden. 


Mit einiger Sorge wird allerdings festgestellt, dass Klimawandel und Rodungen sich auf die Kankurang-Maskeraden auswirken: Fast alle Figuren sind original in Naturmaterialen gekleidet – Blätter, Rinde, Muscheln, etc. Vor allem die Mahagoni-Bestände sind dramatisch zurückgegangen, so dass mehr und mehr Ersatzmaterialien für die Kostüme der Kankurangs verwendet werden. 


Das Festival findet an einem traditionellen Kultort statt: dem quadratischen Festplatz „Tinyangsita“. Die ZuschauerInnen stehen oder sitzen an drei Seiten des Vierecks, an der vierten reihen sich Verkaufsstände aneinander mit Produkten verschiedener Kooperativen und touristischen Souvenir-Artikeln. Auch hier wird deutlich, dass es sich um eine karnevalsähnliche Veranstaltung handelt, inspiriert von den traditionellen Paraden der Kankurangs, die rituellen Hintergrund haben. 


Dieser „Karneval“ ist allerdings äußerst eindrucksvoll. Bei untergehender Sonne füllt sich der Festplatz allmählich, ein Zeremonienmeister kündigt die erste Kankuranggruppe an. Nun reiht sich eine Präsentation an die andere – insgesamt dauern die Darbietungen etwa drei Stunden. Immer wieder begleitet Trommelwirbel den Kankurang bei seinen Gesängen und Tänzen. Besonderen Applaus erhält eine Figurengruppe, die nicht aus der Mandinka-Tradition stammt: Zimba, der „falsche Löwe“ – ein als Löwe verkleideter und geschminkter Darsteller, der von seinen „Frauen“ begleitet wird, die von Männern dargestellt werden. Die Vielfalt der Gruppen ist beeindruckend, das Publikum ist begeistert.  
So wie die Maskengruppen sich beim Festival präsentieren, veranschaulichen sie auch das Abgehen von streng traditionellen Kostümen – statt pflanzlichen Materialien sieht man auch Wolle und Plastik, und das Kostüm eines Kankurang-Begleiters ist über und über mit Kronenkorken verschiedener Getränkeflaschen besetzt. Die als Begleiterinnen des Zimba verkleideten jungen Männer tragen Schuhe mit provokant hohen Absätzen, laszive Kleidung und Netzstrumpfhosen. Hier begegnen einander Tradition und Moderne.  
Den beeindruckenden Abschluss des Programms bildet Jamba Jabally, eine ganz in Blattwerk gehüllte Figur, deren Gesang – auch wenn man den Text nicht versteht – sich nachhaltig einprägt. Diese ruhige und eindringliche Darstellung ist das Signal für die Zuschauerinnen und Zuschauer, langsam das Festivalgelände zu verlassen. Sie ist vielleicht am ehesten geeignet, den ursprünglich kultischen Hintergrund der Kankurangauftritte nachempfindbar zu machen. 


Mehr Bilder finden Sie in unserem tourism_LOG

 


 

INFOS AUS DER LANDSCHAFT DES JAHRES 2018/2020 – SENEGAL/GAMBIA (23)

Vielfältige Eindrücke und herzliche Begegnungen: meine Reise nach Gambia und Senegal im Januar 2019 von Brunhilde Schöll (Naturfreunde Baden, Deutschland)

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Bericht aus der Landschaft des Jahres
© Peter Backof

Ich bin zurück von einer Reise, die mich unglaublich bewegt hat. Eine Reise mit den Naturfreunden Baden in den Senegal und nach Gambia.

Eine Verbindung der NaturFreunde Deutschland mit dem Senegal besteht schon seit Jahren. Aber letztes Jahr ist das fast Unglaubliche gelungen: Eine Region in Gambia und im Senegal wurde von der Naturfreunde Internationale zur „Landschaft des Jahres“ erklärt. Anlässlich ihrer Eröffnung fand letztes Jahr im Januar eine Reise durch die Landschaft des Jahres statt. 

An diese Reise hat nun die Reise der NF Baden angeknüpft. Die erste Etappe führte uns nach Janjanbureh in Gambia. Dort wurden wir als Ehrengäste des wiederbelebten Kankurang Festivals empfangen. Die Naturfreunde waren nach ihrem Besuch im Vorjahr bei den Veranstaltern noch in guter Erinnerung und wurden herzlich willkommen geheißen

Wir besuchten einige Schulen in Gambia und im Senegal, in denen es zu meiner großen Überraschung aktive Naturfreundegruppen gibt. Die Begegnungen mit den Lehrern und ihren Schülern war eine wunderbare Erfahrung. Wir wurden mit großer Freundlichkeit empfangen und uns wurde von den Projekten berichtet, mit denen sich die Schüler beschäftigen. Diese jungen Menschen haben sehr viel Interesse an der Natur. Die Klimaerwärmung bereitet ihnen sehr große Sorgen und sie sind entschlossen, sich aktiv bei verschiedenen Projekten einzusetzen. 

In den Innenhöfen der Schulen und auch in den Dörfern wurden schon viele Bäume mit Hilfe der Naturfreunde gepflanzt. Stolz wurden uns die Bäumchen gezeigt, die zum größten Teil auch schon stark gewachsen sind. In diesen trockenen und kargen Böden ist das keine Selbstverständlichkeit ständiges Gießen ist erforderlich. Besonders in den Dörfern sind die Obstbäume sehr wertvoll, sie spenden Schatten und geben den Bewohnern gleichzeitig mit dem Ernten der Früchte die Möglichkeit, Handel zu treiben, um so ihr bescheidenes Einkommen etwas aufzubessern. (Mehr Informationen zu diesem Projekt, das über den Naturfreunde Klimafonds finanziert wurde: https://climatefund.nf-int.org/de/content/b%C3%A4ume-f%C3%BCr-die-zukunft-0)

Sehr beeindruckt haben mich die besuchten Frauenprojekte, wie beispielsweise das Recycling-Projekt „The Recycling Women of the Gambia“, ebenso die Fraueninitiative, die in einem kleinen Wäldchen seit Jahren erfolgreich Gemüse anbaut. Die Frauen haben immer wieder neue Obst- und Gemüsesorten ausprobiert und für ihre Erzeugnisse inzwischen auch genügend Abnehmer gefunden. Das ermöglicht ihnen, ein regelmäßiges Einkommen zu erzielen.

In diesen zwei Wochen hat es so viele positive Begegnungen gegeben, dass ich gar nicht über alles berichten kann. Nach der Rundreise war es ein Gefühl des Heimkommens, als wir wieder in Petit Mbao, in der Nähe von Dakar, im Naturfreundehaus angekommen sind. 

Sehr überrascht war ich dann allerdings über die große Kluft zwischen der Millionenstadt Dakar und den Gebieten, die wir besucht hatten. In Dakar gibt es wie in jeder Stadt Hochhäuser, moderne Geschäfte, Restaurants und Hotels. Auffallend ist, dass sehr viel gebaut wird und die Bevölkerung sehr jung ist. Dies zeigt deutlich, dass es eine sehr schnelle Entwicklung geben wird.

Diese Reise hat mich tief beeindruckt und ich bin auch stolz, dass die Naturfreunde mit ihrer internationalen Verbindung zu den Naturfreunden Senegal und Gambia dazu beitragen, die Welt globaler zu betrachten. Die Klimaveränderung betrifft uns alle, nur wir in Europa leben damit wesentlich komfortabler und deshalb ist es unsere Pflicht, auch die Menschen in Afrika zu unterstützen. 

https://climatefund.nf-int.org/de

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (22)

Jugendaustausch in der Landschaft des Jahres – Senegal/Gambia im Schuljahr 2018/2019 von Johannes Borst-Rachor, NaturFreunde Offenbach

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NaturFreunde Offenbach
© NaturFreunde Offenbach

In der Landschaft des Jahres 2018/2019 spielen junge Menschen eine wichtige Rolle. Davon konnten sich NaturfreundInnen bei einer Reise nach Senegal und Gambia überzeugen, die von der Ortsgruppe Bremen initiiert worden war. Um Jugendlichen in der Region grenzüberschreitende Begegnungen im Zeichen internationaler Verständigung zu ermöglichen, bitten wir um Eure Unterstützung.

Junge senegalesische NaturfreundInnen besuchen ihre PartnerInnen in Janjanbureh
Viele afrikanische Naturfreund*innen sind SchülerInnen und Studierende, besonders im senegalischen Verband Association Sénégalaise des Amis de la Nature (ASAN). Die Auftaktveranstaltung zur Landschaft des Jahres im Januar 2018 in Koumbidja Socé bei Koungheul (Senegal) wurde wesentlich von SchülerInnen des dortigen Collège d’Enseignement Moyen (Mittelschule) gestaltet. Die Naturfreunde Senegal arbeiten mit der Jugendorganisation Just Act in Janjanbureh in Gambia zusammen.

Aktivitäten der Landschaft des Jahres sollen daher auch Jugendliche einbeziehen und Begegnungen senegalesischer und gambischer SchülerInnen im Grenzgebiet organisiert werden, mit Informationsaustausch zu Natur- und Umweltschutzfragen und nachhaltiger Entwicklung. Die senegalesischen SchülerInnen werden dabei aus ihrer intensiven Arbeit in den Naturfreunde-Gruppen schöpfen können.

Da keine/r der Jugendlichen bisher das Nachbarland besucht hat, bietet der geplante Austausch Gelegenheit für grenzüberschreitende Begegnungen und für den Aufbau eines neuen Nachbarschaftsgefühls – dieser Aspekt der Grenzüberschreitung ist ein Grundmerkmal jeder Landschaft des Jahres. Hilfreich dabei ist, dass sich die Jugendlichen in Wolof, der wichtigsten Landessprache in Senegal, die auch in Gambia gesprochen wird, verständigen können. Begegnungen dieser Art sind auch geeignet, für ein friedliches Zusammenleben über Grenzen hinweg zu wirken.

Ablauf der Begegnungen
20 senegalesische SchülerInnen werden SchülerInnen in Janjanbureh besuchen und 20 gambische Jugendliche besuchen SchülerInnen in Koungheul. Die Begegnungen werden drei Tage dauern und es werden je zwei Begleiter die Gastgeber und die Gäste betreuen. Da beide Städte nur 45 km voneinander entfernt sind, steht viel Zeit für das Programm zur Verfügung. Die Themen Geschichte und Kultur der beiden Nachbarregionen, Ökosysteme und ihre Bedrohungen, Umweltprobleme, Klimawandel, die Bedeutung von Baumpflanzungen, allgemeine Themen wie die Zielsetzungen der internationalen Naturfreundebewegung sollen behandelt werden. Die Gesamtkoordination liegt bei Mamadou Mbodji, dem stellvertretenden Generalsekretär von ASAN, der für den ASAN-Vorstand die Arbeit in der Landschaft des Jahres betreut.

Die Kosten pro Begegnung betragen 1.500 Euro, insgesamt werden also 3.000 Euro benötigt.
Die NaturFreunde Offenbach wollen diesen Betrag zur Verfügung stellen und bitten um Spenden an die Städtische Sparkasse Offenbach, BIC HELADEF1OFF. IBAN DE48 5055 0020 0009 0055 44, Kennwort Jugendaustausch Senegambia. Die Spenden kommen zu 100% dem Jugendaustausch zu Gute.

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (21)

Afrikanische Frauen als Akteurinnen für Entwicklung: Begegnungen anlässlich einer Reise in die Landschaft des Jahres von Marie-Bernard Lefebvre-Dumont

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Landscape of teh Year
© Marie-Bernard Lefebvre-Dumont

Vieles hat mich natürlich bei der Reise nach Senegal und Gambia, die ich im November 2018 mit einem Dutzend Naturfreunden und Naturfreundinnen unternommen habe, interessiert. Die Reise wurde von den Naturfreunden Bremen initiiert und von Mamadou Mbodji und Ingeborg Pint betreut. Ich möchte gerne die Eindrücke mit euch teilen, die ich bei unseren Begegnungen mit mehreren Frauengruppen in senegalesischen und gambischen Dörfern gewonnen habe.

Das erste besuchte Dorf war Maka Gouye, einige Kilometer von Koungheul entfernt. Hier gibt es Familiengehöfte verschiedener Ethnien: Wolof, Peul und Toucouleur. Im Wolof-Bezirk des Dorfes wurden uns bei einer kurzen Wanderung zum Gambia River die Gemüsegärten gezeigt. Die Betreuung der Gärten ist Frauenarbeit, wobei die Bearbeitung des Bodens und sonstige vorbereitende Arbeiten von Männern und männlichen Jugendlichen durchgeführt werden. Einer der Jugendlichen, die uns begleitet haben, hat uns auf die Vielfalt des angebauten Gemüses hingewiesen: Mais, Hirse, Süßkartoffeln, Tomaten, Peperoni, Kürbisse … 

Eines der im Rahmen der Landschaft des Jahres durchgeführten Projekte betrifft den nachhaltigen Tourismus. Ein zu diesem Thema von den senegalesischen Naturfreunden durchgeführtes Seminar wurde von Männern und Frauen besucht. Eine Bewohnerin hat uns stolz ihr Diplom gezeigt. Frauen werden also auch in diesem Bereich eine wichtige Rolle spielen. 

Am nächsten Tag setzten wir unsere Reise Richtung Gambia fort. Nach einem Halt in Wassu, wo sich megalithische Steinkreise befinden, die zum Weltkulturerbe der Unesco erklärt wurden, erreichen wir das Dorf Jamaly Canyado. Omar, der Direktor von Just Act (der gambischen Partnerorganisation der Landschaft des Jahres), und zwei junge Mitglieder dieser Organisation begleiten uns. Wir trafen hier eine Frauengruppe, insgesamt 200 Frauen aus sechs Dörfern. Hier werden unterschiedliche Produkte erzeugt, deren Verkauf den Familien ein zusätzliches Einkommen verschafft, das ihren Kindern den Schulbesuch ermöglicht. Produziert wird Bio-Gemüse (wofür sie eine Ausbildung erhielten), weiters werden Stoffe gefärbt, Strickarbeiten, Seifen und Schmuckartikel hergestelt, etc. Die Frauen haben wohl eine Nähmaschine zur Verfügung, sie kann aber wegen der häufigen Stromausfälle nicht voll genutzt werden.

Schwierig ist allerdings der Absatz der Waren. Die Wege zu den Märkten sind weit, was den frisch geernteten Waren abträglich ist. Die Frauen suchen also nach geeigneten Lösungen. Jedenfalls hält ihr Gemüsegarten jedem Vergleich mit Gemüsegärten in Europa stand.
In Janjanbureh (Gambia) haben wir eine Frau getroffen, die sich gegen die Mädchenbeschneidung engagiert, die – obwohl seit 2015 verboten – immer noch praktiziert wird. Unsere Gesprächspartnerin war selbst Helferin der Beschneiderin. Nachdem sie eingesehen hatte, welche gravierenden Folgen diese Praxis für die Mädchen hat, hat sie den Kampf dagegen aufgenommen. Sie hat versucht, andere Beschäftigungsmöglichkeiten für die Beschneiderinnen zu finden und  hat bei der Gründung einer Kooperative für Gemüseanbau mitgewirkt, in der diese Frauen arbeiten können; außerdem hält sie Vorträge, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.  

Nach Janjanbureh verließen wir Gambia – und damit die Landschaft des Jahres – und kamen nach Ziguinchor, der Hauptstadt der Casamance. Im Rahmen unserer nachmittäglichen Begegnung mit den NaturfreundInnen von Ziguinchor (mit Musik, Tanz und der Vorstellung ihrer Arbeit) und befreundeter Organisationen lernten wir die Frauengruppe von Malya kennen. Diese 13 Frauen betreiben nicht nur Gemüseanbau, sondern sind auch seit 2004 in einer Kooperative organisiert, in der sie so genannte „Biokohle“ herstellen, die weniger CO2 emittiert als herkömmliche Kohle. Dieser Brennstoff wird aus abgestorbenen Blättern von Mangobäumen und aus Abfällen von Kokosnüssen oder Cashewnüssen gewonnen. Diese werden zerstampft und verbrannt, und die Asche wird dann mit Gelatine vermischt, in eine Box gefüllt und erhitzt. Die so entstandenen Würfel sind perfektes Brennmaterial. Obwohl diese Kohle zu einem etwas höheren Preis als die herkömmliche (Holz-)Kohle verkauft wird, besteht eine große Nachfrage, der die Frauen nicht immer nachkommen können. Ein Problem besteht darin, dass sich die zur Herstellung benötigten Boxen durch das wiederholte Erhitzen schnell abnützten und regelmäßig ersetzt werden müssen. Unsere Gruppe fand es höchst interessant, dass afrikanische Frauen eine Möglichkeit gefunden haben, um die CO2-Emissionen zu reduzieren.

In Dakar verbrachten wir noch zwei Tage in Petit Mbao, im Haus der senegalesischen Naturfreunde. Hier lernten wir in dem Vorort Kamb die dort ansässigen Gemüsebäuerinnen kennen. Das Gelände, das von der Frauengruppe bewirtschaftet wird, gehört der Wasser- und Forstverwaltung und wurde den Frauen 2005 gratis zur Verfügung gestellt. Es umfasste damals drei Hektar und war komplett zugemüllt. Ein Hektar ging in weiterer Folge wegen der Errichtung einer Starkstromleitung verloren.

Die Gemüseplantage soll das Leben der Familien leichter machen. Ein Teil des Gemüses wird verkauft, ein Teil wird von den Familien selbst konsumiert. Die Organisationsform ist ein G.I.E (Groupement d’intérêt économique). Von 7 bis 10 Uhr arbeiten die Frauen in den Gärten, dann wieder von 17 bis 19 Uhr, auch um den Verkauf zu organisieren. Die Frauen werden am Monatsende nach den geleisteten Arbeitsstunden entlohnt. Für die schwereren Arbeiten haben die Frauen mittlerweile junge Männer und Frauen eingestellt, da sie selbst schwere Arbeit nicht mehr verrichten können. Das reduziert allerdings ihr Einkommen. Die Gruppe arbeitet mit verschiedenen Partnern, darunter die Naturfreunde (z.B. für fachliche Beratung). Das automatische Tröpfchenbewässerungssystem wurde von Philip Morris gespendet. Die von österreichischen Naturfreunden 2008 finanzierte Pumpe wird mit Solarenergie betrieben.

Die Frauen sind älter geworden und die Arbeit wird ihnen beschwerlicher. Anfangs waren sie 32, von denen nur mehr 17 geblieben sind. Einige sind verstorben, andere haben geheiratet, die jüngere Generation sucht andere, besser bezahlte Arbeit. Trotzdem tun die Frauen ihr Möglichstes für den Weiterbestand der Gemüseplantage. Sie arbeiten auch mit Schulen zusammen. Obwohl die entsendeten PraktikantInnen in erster Linie ihr Diplom im Auge haben, leisten sie doch punktuell nützliche Arbeit. Die Frauen sind Analphabetinnen, haben aber eine gute Auffassungsgabe und ein gutes Gedächtnis und können so problemlos ihr G.I.E führen.

Was mich bei den Dorfbesuchen am meisten beeindruckt hat, war der Wille all dieser Frauen, ihren Familien ein besseres Leben zu bieten, ihre Energie und ihr Einfallsreichtum, mit dem sie auch in sehr schwierigen Situationen Lösungen zu finden. Immer wieder haben wir gehört: „Wir organisieren uns, damit unsere Kinder studieren und ein besseres Leben führen können.“ Was soll man da noch hinzufügen?

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (20)

Was wurde aus unseren Obstbäumen? Ein Lokalaugenschein von Elisabeth Mathes

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Landschaft des Jahres Senegal/Gambia
Foto: Mamadou Mbodji

 

Im Rahmen der Tour d’Horizon im Januar 2018 waren von den Teilnehmenden und BewohnerInnen in mehreren Orten Obstbäume gepflanzt worden. Angeregt durch den Spruch „Die beste Zeit einen Baum zu pflanzen war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.“ wollte ich im Rahmen der Naturfreunde-Reise im November 2018 nachschauen, was aus den Bäumchen, die ich im Januar mitgepflanzt hatte, geworden ist.

Das Ergebnis der Pflanzungen war recht unterschiedlich. Doch die meisten Bäumchen sind gut angewachsen, wachsen allgemein sehr gut und sind zum Teil schon sehr groß geworden – sowohl in Koumbidja Socé, Maka Gouye als auch in Janjanbureh. Es gab natürlich auch einige Ausfälle – diese Bäume wurden aber alle nachgepflanzt.

Vor allem die Bäume, die in den Höfen in Janjanbureh gepflanzt wurden, sind zum Teil schon sehr groß. Man kann kaum glauben, dass sie noch nicht mal ein Jahr alt sind. Hier wurde der Erfolg der Idee, die Bäume in den Höfen zu pflanzen, sehr deutlich. Etwa zur selben Zeit waren von einer anderen Organisation ebenfalls Bäume gesetzt worden, allerdings entlang der Straßen. Diese sind im Gegensatz zu den von den NaturfreundInnen gepflanzten äußerst kümmerlich. In Korop wurden die Bäume außerhalb des Dorfes gepflanzt, sie sind noch ziemlich klein. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass sie sehr gut „verpackt“ sind, um sie vor hungrigen Tieren zu schützen. Aber das zeigt auch, dass sie sehr gut betreut und gepflegt werden.

Ausgewählte Obstbaumsorten
Es wurden verschiedene Obstbaumsorten gepflanzt. Einmal, um den BewohnerInnen gesunde Nahrungsmittel zu verschaffen und zum zweiten, um ihnen mit dem Verkauf der Früchte ein zusätzliches Einkommen zu ermöglichen. Es wurden vor allem Mangobäume gepflanzt sowie Sapotille, auch Breiapfelbaum genannt oder Sapote (Kaugummibaum). Letzterer ist ein langsam wachsender, langlebiger, immergrüner Baum, der Wuchshöhen von 12 bis 18 m erreicht. Aus seinem weißen Milchsaft wird Naturgummi gewonnen sowie Kaugummi hergestellt.Auch Corossol, zu deutsch Stachelannone oder Sauersack, wurde gepflanzt. Dieser immergrüne Baum wird 8 bis 12 m hoch, seine Blätter ähneln Lorbeerblättern. Seine Frucht – botanisch gesehen eine große Beere – wird bis zu 40 cm lang und bis zu 4 kg schwer.

Weiteres wurde Tahiti-Limette gepflanzt, die auch als Gewöhnliche oder Persische Limette bezeichnet wird. Sie wächst schnell und kräftig und ist widerstandsfähig. Aus den Früchten werden Saft und ätherische Öle gewonnen bzw. wird sie getrocknet als Würze verwendet. Der Saft hilft gegen Reizungen in Mund und Rachen und bei Korallenstichen.

Einige wenige Moringabäume wurden ebenfalls gepflanzt. Dieser unscheinbar aussehende Baum hat erstaunliche Wirkungen. Leider unterliegt er einem negativen Aberglauben, weswegen ihn manche Leute nicht in ihrem Hof haben wollen. Aus den Samen wird Öl gewonnen, das als Salatöl und zur Seifen- und Kosmetikherstellung dient. Der gemahlene Samen kann Wasser desinfizieren. Die jungen fleischigen Wurzeln dienen mitunter als Gemüse, die Blätter werden wie Spinat zubereitet, als Tee aufgegossen oder getrocknet und zu Pulver vermahlen.

Es war sehr erfreulich zu erleben, wie engagiert sich die BaumpatInnen um ihre Pfleglinge kümmern. Die Setzlinge werden mit Steinen, Brettern oder Tüchern vor Tierverbiss geschützt. Der Boden um die Stämme war bei unserem Besuch noch feucht vom Gießen am Morgen. So besteht die beste Zuversicht, dass die Pflanzungen erfolgreich sein werden.

Weitere Infos: Naturfreunde KlimaFonds

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (19)

Die Landschaft des Jahres auf den zweiten Blick – persönliche Eindrücke von der Reise der Bremer Naturfreunde von Ingeborg Pint

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Tour d´Horizon
© Jens Herbst

 

Die „Tour d’Horizon“, die erste Reise in die Landschaft des Jahres 2018/2020 Senegal/Gambia, war geprägt von zwei Großereignissen – der Auftaktveranstaltung in Koumbidja Socé (Senegal) und dem Kankurang-Festival in Janjanbureh (Gambia) – sowie von Obstbaumpflanzungen in vier Dörfern.

Nun war ich Ende November/Anfang Dezember ein zweites Mal mit einer von den Naturfreunden Bremen initiierten Reisegruppe in der Region und war gespannt, was sich mir auf den zweiten Blick erschließen würde. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht – die Region verfügt über ein großes Potenzial, das darauf wartet entdeckt zu werden. Die Naturfreunde von Koungheul sowie ihre Partnerorganisation Just Act in Gambia haben uns viel Neues und Interessantes gezeigt, und ich konnte auch schon beachtliche Fortschritte seit der Reise im Januar feststellen.

Geschichte und Kultur
Cheikh Diakhaté, der Koordinator der Landschaft des Jahres in Koungheul, hat uns bei einem gemeinsamen Stadtspaziergang die Rolle der Stadt vor Augen geführt, als die Eisenbahnlinie Dakar-Niger hier noch einen bedeutenden Bahnhof hatte. Er hat uns auch gezeigt, dass Koungheul heute noch eine Rolle spielt als typisch afrikanische Stadt an einer wichtigen Durchzugsroute: Man kann hier fast alles kaufen – ein Ersatzladekabel für mein Handy zu erstehen, war überhaupt kein Problem –, Reisende nach Osten oder Westen können sich hier mit Vorräten versorgen.

Auch in den Dörfern um Koungheul gibt es Interessantes zu erleben, z.B. einen Dorfältesten, der an einem historisch bedeutsamen Ort Episoden aus der mittelalterlichen Geschichte der Stadt vorträgt. Es gibt mehrere solcher kultureller oder kultischer Stätten, die wir wohl noch entdecken werden.

Auf der gambischen Seite werden nun geführte Touren durch Janjanbureh angeboten, zu verschiedenen Themen – Geschichte, Kultur und Natur stehen dabei im Vordergrund. Die Routen sind in einem Folder beschrieben. Besonders beeindruckt hat uns der Besuch bei Frau Aja Babung Sidibeh, einer ehemaligen (Mädchen-)Beschneiderin, die spät aber doch verstanden hat, welche dramatischen Folgen diese Praxis für Frauen und Mädchen hat. Sie hält jetzt Sensibilisierungsseminare – und wird dafür sehr geachtet.

Natur und Baumpflanzungen
Der Naturweg bei Maka Gouye nimmt schon Gestalt an: Bei einem Seminar im September 2018 wurden Einheimische für die Begleitung von TouristInnen geschult. Der Weg führt vom Dorf weg durch dessen Randgebiete, die BegleiterInnen erzählen Wissenswertes zu den Bäumen und Pflanzen – fast alle haben eine spezielle therapeutische Wirkung. Der Weg bietet einen wunderbaren Ausblick auf einen Seitenarm des Gambia-River, in dem Seerosen blühen und zahlreiche Vögel zu beobachten sind. Durch Gemüsegärten gelangen wir wieder ins Dorf zurück. Der Weg soll auch in Zukunft nicht ausgeschildert werden, sondern es ist geplant, dass geschulte DorfbewohnerInnen interessierte TouristInnen begleiten. Die Gemeinde hat zugesagt, sich an der Bewerbung dieses Angebotes zu beteiligen.

Der Großteil der Bäume, die Anfang Jänner im Rahmen der Tour d´Horizon gepflanzt wurden, gedeihen prächtig – kleine Misserfolge schmälern das positive Ergebnis nicht. Oft kann man kaum glauben, dass die Bäume erst vor zehn Monaten gepflanzt wurden. Bäume, die nicht gediehen sind, wollen die Naturfreunde nachpflanzen.

Touristische Infrastruktur
Die Angebote von Gastronomie und Hotellerie in der Region sind noch bescheiden und auch der Service ist verbesserungswürdig. Allerdings hat Just Act einige junge Frauen kostenlos für die Arbeit im Hotel ausgebildet, sie haben während unseres Aufenthaltes dort Praktika absolviert.

Und: Die von uns gerne frequentierte „Cheers Bar and Restaurant“ am Ufer des Gambia-River ist absolut einladend. Die jungen Betreiber gehen auf nette Weise auf TouristInnen zu und führen sie zu ihrer Anlage. Sie bringen Tische, Stühle, Matratzen und gekühlte Drinks – ein wirklich nachahmenswertes Beispiel. Omar Jammeh, der Direktor von Just Act hat dort mit einem Partner auch bereits Gästezimmer eingerichtet und möchte die Anlage zu einem kleinen Touristencamp ausbauen. Dort wird sicher alles getan werden, um die Gäste für den nachhaltigen Tourismus zu sensibilisieren.

Nach wie vor eine harte Geduldsprobe ist die Rückfahrt von Gambia nach Senegal für diejenigen, die mit der Fähre bei Farafenni den Fluss überqueren wollen. Wenn dann aber im Januar die neue Brücke eröffnet werden wird, wird diese Fahrt einfacher werden.

Perspektiven
Mein Gefühl ist, dass die erste Landschaft des Jahres in Afrika auf einem guten Weg ist. Sehr schön für mich und viele Mitreisende war bei dieser Reise, das Engagement junger Leute zu sehen – sei es im Collège in Koumbidja Socé, sei es in Janjanbureh, wo die Gruppe um Omar Jammeh alles dafür tut, Arbeit für junge Menschen in der Region zu generieren und sie von dem gefährlichen Weg nach Europa durch die Hintertür (back way) abzuhalten.

Besonders erfreulich ist, dass die Reisegruppe sich spontan bereit erklärt hat, die Finanzierung eines Schüleraustauschs zwischen Koungheul und Janjanbureh zu organisieren, der vor den Sommerferien 2019 stattfinden soll. Ein schönes Beispiel für Solidarität unter NaturfreundInnen.

Nun steht die nächste Reise – der Naturfreunde Baden (D) – bevor und ich freue mich schon wieder darauf!

(Dezember 2018)

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (18)


Neues von Just Act, der Partnerorganisation der NFI:
Projektstart „Gemeindebasierter Tourismus in Janjanbureh“ & Ein Fischerboot zur Armutsbekämpfung

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Janjanbureh
© Doris Banspach

Projektstart „Gemeindebasierter Tourismus in Janjanbureh“ 
Traditionell beinhaltet ein Aufenthalt in Janjanbureh, dem gambischen Hauptort der „Landschaft des Jahres“, Naturerlebnisse und Einblicke in die lange Geschichte der Region. Nun soll ein neues Projekt das Interesse von Touristinnen und Touristen wecken: Zwei Dörfer – Jamali und Tabanini – wollen den Weg des „gemeindebasierten Tourismus“ einschlagen: Fünf jugendliche Mitglieder der NFI-Partnerorganisation Just Act sollen dabei nach einer entsprechenden Ausbildung eine wichtige Rolle spielen. Sie werden für die beiden Dörfer touristische Angebote entwickeln – und zwar, wie es der Idee des gemeindebasierten Tourismus entspricht, gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung und unter nachhaltiger Nutzung der lokalen Ressourcen. Die Grundidee ist, den Menschen vor Ort neue Einkommensquellen aus den Besuchen der Reisenden zu erschließen. Dies entspricht auch den Zielen der Naturfreunde-Reisen in die Landschaft des Jahres. Naturfreundinnen und Naturfreunde suchen auf ihren Touren Begegnungen mit Menschen sowie Einblicke in lokales Handwerk und Traditionen und setzen sich dafür ein, dass die besuchten Dörfer aus ihrer Anwesenheit Nutzen ziehen.

Der offizielle Projektstart erfolgte am 2. Oktober 2018, durch den Gambia Tourism Board. Dabei unterstrichen alle anwesenden BehördenvertreterInnen die Notwendigkeit, Jugendlichen diese Chance zu bieten, in der Hoffnung, dass diese auch genutzt werden möge.
Omar Jammeh, Direktor von Just Act und gambischer Koordinator der Landschaft des Jahres, verwies bei dieser Gelegenheit darauf, dass vom Regionalen Jugendkomitee (Regional Youth Commitee of Central River Region) mit Hilfe von Just Act bereits wichtige Projekte durchgeführt wurden, die zur Förderung eines sanften Tourismus in der Region beitragen. Darunter das Kankurang-Festival, eine Ausbildung zum Tour-Guide etc. Alle bisherigen Projekte ebenso wie das nun gestartete sollen dabei helfen, Janjanbureh zur zweitwichtigsten Tourismusdestination Gambias (neben den Küstengebieten) zu machen. Dazu kommt, dass die Regierung Gambias im Nationalen Entwicklungsplan Projekten eine hohe Priorität einräumt, die für und durch junge Menschen umgesetzt werden. Dies mit dem Ziel, durch entsprechende Ausbildungen und Angebote Arbeitsplätze für sie zu schaffen und Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Dafür soll auch das geplante „Janjanbureh Youth Center“ als Drehscheibe wirken.

 

Fischerboot
© Omar Jammeh


Ein Fischerboot zur Armutsbekämpfung 
Die Internationale Organisation für Migration (IOM) und der National Youth Council Gambias setzen sich gemeinsam dafür ein, durch Arbeit schaffende Maßnahmen junge Menschen davon abzuhalten, das Land zu verlassen. In diesem Zusammenhang wurde Ende 2017 der Organisation Just Act ein motorisiertes Fischerboot aus Fiberglas mit für die Fischerei notwendigem Zubehör übergeben. Für die sachgerechte Nutzung des Bootes wurde Mitgliedern von Just Act von der IOM eine entsprechende Schulung geboten. Nun dient das Boot einerseits zur regelmäßigen Versorgung der Bevölkerung Janjanburehs mit frischem Fisch, andererseits wird es auch an angelnde Touristen vermietet und als Ausflugsboot für Fahrten zum River Gambia Nationalpark genutzt. Mindestens 10 Arbeitsplätze für junge Menschen wurden auf diese Weise geschaffen.

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (17)

Klimagerechtigkeit solidarisch leben! Die Landschaft des Jahres Senegal / Gambia

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Pflanzungen
© Doris Banspach


„Klimagerechtigkeit solidarisch leben!“ So lautet das Motto der Landschaft des Jahres Senegal / Gambia. Um diesem Motto auch in Europa Gehör zu verschaffen und auf die Bedeutung von Klimaschutz und Klimagerechtigkeit aufmerksam zu machen, war Mamadou Mbodji, Koordinator der Landschaft des Jahres Senegal / Gambia und Präsident des Naturfreunde Afrika-Netzwerks, im Oktober bei den Naturfreunden in mehreren süddeutschen Städten zu Gast. Mamadou Mbodji hat bei etlichen Veranstaltungen das Thema aus der Sicht eines Bewohners einer jener Regionen angesprochen, die vom Klimawandel besonders stark betroffen sind, und die gravierenden Auswirkungen des Klimawandels auf seine Heimat Senegal geschildert: „Trockene Regionen, wie zum Beispiel die Sahelzone, werden noch trockener. Durch das Ausbleiben der ohnehin spärlichen Regenfälle ist es vielerorts nicht mehr möglich, Landwirtschaft zu betreiben. So bleibt vielen Menschen als einzige Alternative die Abwanderung in die großen Städte, wo sie jedoch auch kaum Zukunftsperspektiven finden.“ 

Der Klimawandel ist heute schon einer der stärksten Faktoren für die weltweiten Migrationsbewegungen. Expertinnen und Experten warnen seit Jahren, dass sich die Situation in den nächsten Jahren noch dramatisch verschärfen wird, wenn nicht rasch wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz und vor allem auch zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in den Ländern des globalen Südens umgesetzt werden. So tritt auch Mamadou Mbodji unermüdlich für wirksame Klimaschutzziele, faire Kooperationsprojekte und für den offenen Austausch von Ideen für eine gute Zukunft ein. „Faire Kooperationsprojekte sind keine Einbahnstraßen wie so manche „Entwicklungshilfeprojekte“, bei denen letztlich doch wieder die großen Konzerne aus den Industrie- und Schwellenländern profitieren. Faire Projekte setzen eine Kommunikation auf Augenhöhe und die Möglichkeit der Beteiligung und Mitgestaltung voraus und bringen Vorteile für beide Seiten, vor allem aber für die lokale Bevölkerung.“ 

Die Naturfreunde haben in den letzten Jahren zahlreiche erfolgreiche Kooperationsprojekte initiiert. So wurden in der Region der Landschaft des Jahres Senegal / Gambia zu Beginn dieses Jahres in einer gemeinsamen Aktion von afrikanischen und europäischen NaturfreundInnen 2.000 Obstbäume gepflanzt, die zum Klimaschutz beitragen, der voranschreitenden Bodenerosion Einhalt gebieten und in den kommenden Jahren die Menschen in den Dörfern mit frischem Obst versorgen sollen (https://climatefund.nf-int.org/de/content/bäume-für-die-zukunft-0). Und in der senegalesischen Region Saint Louis wurde vor wenigen Monaten ein Ausbildungszentrum für Mädchen eröffnet, das mit Unterstützung der NaturFreunde Deutschlands und der Ortsgruppe Rastatt erbaut wurde (http://naturfreunde-rastatt.de/nachhaltigkeit/ausbildungszentrum/index.php). Der Unterricht wurde am 1. Oktober aufgenommen und derzeit werden 50 Mädchen dort unterrichtet.

Wer partnerschaftliche Projekte zur Milderung der Folgen des Klimawandels in Afrika unterstützen möchte, kann dies rasch und unbürokratisch mit einer Spende in den Naturfreunde Klimafonds machen (www.climatefund.nf-int.org) – und so einen persönlichen Beitrag zu mehr Klimagerechtigkeit leisten. 

Weitere Infos:  
Klimaschutz-Portal der NaturFreunde Deutschlands: www.naturfreunde.de/klimaschutz 
Nord-Süd Kooperationen der NaturFreunde Baden: www.naturfreunde-baden.de/aktiv/nord-sued-kooperation 
Naturfreunde Klimafonds: www.climatefund.nf-int.org 
 

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (16)

Workshop über Nachhaltigen Tourismus und Klimawandel in Koungheul

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Foto: ASAN
© ASAN

Am 8. und 9. September 2018 fand ein Workshop zum Thema „Nachhaltiger Tourismus & Klimawandel“ statt, der von der Naturfreunde Internationale initiiert wurde. Unter den Gästen befanden sich Souleymane MBOUP, Stellvertreter des Bürgermeisters, Mamadou MBODJI, Vize-Präsident der Naturfreunde Internationale, Cheikh Abdoul Khadre DIAKHATE, Koordinator der Naturfreunde in Koungheul und Omar JAMMEH von den Naturfreunden Janjanbureh (Gambia). Im Mittelpunkt des Treffens standen die naturräumlichen Gegebenheiten und Ressourcen im Gebiet zwischen Koungheul und Janjanbureh und wie eine zukünftige nachhaltige touristische Nutzung aussehen könnte. 
 
Adama Ba, Tourismusexperte aus Gambia, war einer der Vortragenden am ersten Tag. Er erklärte gleich zu Beginn: „Nachhaltiger Tourismus bedeutet, dass die lokalen Gemeinschaften davon profitieren.“ Für den Experten beruht ein nachhaltiger Tourismus vor allem auf der Einbeziehung und Motivation der Bevölkerung und auf der Attraktivität der Naturräume. „Die Ideen und Projekte für einen nachhaltigen Tourismus müssen mit der Bevölkerung entwickelt werden und von ihr getragen werden. Der Erfolg eines nachhaltigen Tourismus in der Region wird von der Motivation der Menschen in Koungheul und Janjanbureh abhängen.“

Am zweiten Tag hat Mamadou MBODJI, Vize-Präsident der Naturfreunde Internationale, einen Vortrag über den Klimawandel gehalten. Er präsentierte Projekte der Naturfreunde Internationale zum Klimaschutz, wie die Aufforstungen in der Landschaft des Jahres, die über den Naturfreunde Klimafonds finanziert wurden (Informationen zum Projekt).
 
Mehr Informationen (Französisch)
 

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (15)

Jugendliche aus der Landschaft des Jahres besuchen Dakar

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Landschaft des Lahres Senegal/Gambia © Mamadou Mbodji
© Mamadou Mbodji

Zum Gelingen der Auftaktveranstaltung der Landschaft des Jahres Senegal-Gambia trugen wesentlich auch die Schülerinnen und Schüler des Collège d’Enseignement Moyen (Mittelschule) von Koumbidja Socé bei Koungheul bei. Über eine Exkursion nach Dakar, zu der nun SchülerInnen vom Vorstand von ASAN eingeladen wurden, berichtet ihr Begleitlehrer Mahamadou Lamine Fall:

Im Rahmen ihrer jährlich stattfindenden Schulexkursionen verbrachten Schülerinnen und Schüler des Collège d’Enseignement Moyen von Koumbidja Socé, dem Austragungsort der Auftaktveranstaltung zur Landschaft des Jahres, zwei Tage, am 8. und 9. Juni, im Naturfreundehaus „Maison Alioune Diagne Mbor“ in Petit Mbao, von wo aus sie Dakar und seine Umgebung besichtigten. Alle teilnehmenden 20 Schülerinnen und 16 Schüler sind Mitglieder der Naturfreundegruppe des Collège oder des an der Schule angesiedelten „Clubs für Bildung in Famlienfragen“ (Club Éducation à la vie familiale). Die SchülerInnen wurden von fünf Lehrpersonen begleitet. 
Die Besichtigungen starteten auf der Insel Gorée, die als ehemalige Drehscheibe des Sklavenhandels ein Ort des Gedenkens an dieses dunkle Kapitel der Menschheitsgeschichte geworden ist. Auch die Besuche von Museen, historischen Plätzen und offiziellen Bauten Dakars stießen auf großes Interesse.
Der nationale Vorstand von ASAN nutzte die Anwesenheit der Jugendlichen aus der Region der Landschaft des Jahres Senegal-Gambia für eine umfangreiche Präsentation der Rolle und Bedeutung der Naturfreunde auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene.
Besonderes Gewicht wurde dabei darauf gelegt, die Jugendlichen daran zu erinnern, dass nach dem Riesenerfolg der offiziellen Auftaktveranstaltung der Landschaft des Jahres in Koumbidja im Januar 2018 nun die aus diesem Anlass gepflanzten Bäume nachhaltig gepflegt werden müssen. Die Pflanzungen sind Teil einer internationalen Kooperation im Sinne von Klimagerechtigkeit und Solidarität. Der Besuch von Dakar, einer Stadt, die mit Küstenerosion, mit Luftverschmutzung und einem ständigen Müllproblem kämpft, hat es den Jugendlichen ermöglicht, die kolossalen Herausforderungen im Umweltbereich besser zu verstehen, die sich uns allen stellen.

Vor dem Hintergrund der positiven Eindrücke und des bei dieser Exkursion Erlebten haben die SchülerInnen verstanden, welche Herausforderungen sich jeder und jedem von ihnen stellen, auf die sie Antworten finden müssen. Die Exkursion nach Dakar war somit ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Umweltbewusstseins senegalesischer Jugendlicher.

Ein hoher Prozentsatz der Mitglieder afrikanischer Naturfreundeverbände sind junge Leute an Schulen und Universitäten. Dies gilt besonders für Senegal. Aktivitäten der Landschaft des Jahres sollen daher auch Jugendliche einbeziehen. Es besteht der Plan, Begegnungen senegalesischer und gambischer SchülerInnen im Grenzgebiet zu organisieren, mit gegenseitigen Besuchen und Informationsaustausch zu Natur- und Umweltschutzfragen und nachhaltiger Entwicklung. Die senegalesischen Schülerinnen und Schüler werden dabei aus ihrer intensiven Arbeit in den Naturfreunde-Gruppen schöpfen können.
 
Beitrag auf Facebook

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (14)

„Mama Africa“ — Urlaub bei Freunden

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Mama Africa
© Mama Africa

Ungefähr 300 Kilometer von Janjanbureh, dem gambischen Zentrum der Landschaft des Jahres, Richtung Westen, machten die TeilnehmerInnen der Pilotreise „Tour d’Horizon“ im Januar 2018 einen kurzen Besuch bei „Mama Africa“ und schlossen schnell Freundschaft mit der gambischen Künstlerin Isha Fofana – „Mama Africa“ – und ihrem deutschen Ehemann Bernd Ax. „Mama Africa“ ist nicht nur eine exquisite Ferienanlage, sondern auch ein Sozialprojekt. Die Anliegen im nachhaltigen Tourismus sind denen der Naturfreunde nahe. Das Art Center und die Gästebungalows liegen zwar nicht in der Landschaft des Jahres, empfehlen sich aber für ein paar Ruhetage vor oder nach dem intensiven Erleben der Landschaft des Jahres. Für NaturfreundInnen gibt es spezielle Preise.

Den folgenden Beitrag haben wir von den Betreibern von Mama Africa erhalten:
Mama Africa, im Fischerort Tanji am Gambia River gelegen, ist ein wunderbarer Platz, um sich von der Kunst und Kultur Westafrikas inspirieren zu lassen, um die Menschen Gambias zu treffen und die Natur zu genießen, sich zu erholen und die frische und kreative Küche zu probieren. Die Künstlerin Isha Fofana hat mit ihrem einmaligen Art Center, ihrem exotischen Garten und den neun großzügigen, individuell gestalteten Gästehäusern eine einzigartige Atmosphäre geschaffen. Sie ist zugleich auch eine wunderbare Gastgeberin, die auch deutsch spricht. 

Die Gäste können hier ihren Urlaub individuell gestalten. Die Art Residence liegt in Meeresnähe — keine zehn Gehminuten vom Strand —, bietet Platz für unterschiedliche Workshops und ist ein idealer Ausgangspunkt für weitere Erkundungen, zum Beispiel für eine Bootstour auf dem Gambia River oder auch einen Ausflug in den benachbarten Senegal. Die Fischanlandung in Tanji ist jeden Tag immer wieder ein kunterbuntes Spektakel und das Tanji Vogelreservat ist in direkter Nähe. Wer möchte, kann natürlich auch einfach nur die wärmende Sonne Afrikas und die angenehme Ruhe genießen oder sich durch die Kunst inspirieren lassen. 
 
Gleichzeitig ist Mama Africa ein gemeinnütziger Verein, der speziell Frauen und Mädchen in vielen Lebenslagen aktiv hilft und sie erfolgreich fördert. Wichtig ist es für Isha, den Frauen Bildung zu vermitteln, ihnen zu helfen, mit den Problemen des Alltags fertig zu werden, damit sie die Zukunft eigenständig meistern können. Dazu muss ein Umfeld geschaffen werden, das eine wirtschaftliche Selbstbestimmung der Frauen ermöglicht. 

Mama Africa ist der richtige Ort für alle, die Land und Leute, Kultur und Natur kennen lernen und zugleich zu einem nachhaltigen Tourismus beitragen wollen, von dem auch die Menschen vor Ort profitieren. Für alle Naturfreundinnen und Naturfreunde und ihre Familienmitglieder und Freunde gibt es bei der Buchung eines Aufenthalts bei Mama Africa ab sofort einen Rabatt von 20 Prozent. Einfach das Kennwort „Naturfreunde“ bei der Buchung angeben! 
 
Weitere Infos über Mama Africa
 
Zum Bericht über den Besuch von Mama Africa bei der Tour d´Horizon (deutsch, englisch, französisch)
 

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (13)

Aktuelles von JUST ACT, Partnerorganisation der NFI in der Landschaft des Jahres

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Just Act
© JUST ACT

Die NFI hat schon mehrfach über ihre Partnerorganisation in Gambia berichtet (JUST ACT – Janjanbureh Uniting Sustainable Tourism And Community Training), zuletzt auf dem tourismLOG über die Naturfreunde-Reise „Tour d’horizon“ im Januar 2018 (Interview mit dem Direktor der Organisation, Omar Jammeh, in Deutsch, Englisch und Französisch ---> ) und im Info-Mail Wissenschaft (in Deutsch).
 
Dabei ging es um die Arbeit von JUST ACT im nachhaltigen Tourismus. Diese findet derzeit im Rahmen des Programms „The Gambia Youth Empowerment Project“ (2017 – 2021) statt, das von der EU und dem ITC (International Trade Centre) finanziert wird, „um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern und die langfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit für Gambia zu unterstützen“.

Vor dem Hintergrund, dass 60 Prozent der gambischen Bevölkerung Jugendliche unter 25 Jahren sind, ist dieses Programm wohl auch als Instrument zur „Bekämpfung von Migrationsursachen“ zu sehen. JUST ACT wurde in diesem Rahmen als für nachhaltigen Tourismus kompetente Jugendorganisation mit der Durchführung unterschiedlicher Aktionen betraut. Die Organisation war auch am 15. Mai 2018 federführend an dem Projektstart für eine “Youth and Trade Roadmap of the Gambia – Tourism Sector“ beteiligt. 
Aber JUST ACT engagiert sich auch in einem wichtigen gesellschaftlichen Thema, dem Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (Englisch: Female genital mutilation – FGM). FGM ist in Gambia seit 2015 und in Senegal seit 1999 verboten und steht unter Strafe. Doch sind diese menschenverachtenden Praktiken in der Bevölkerung vieler afrikanischer Länder noch tief verwurzelt. Für die jungen Verantwortlichen und Mitglieder von JUST ACT – Frauen und Männer – ist es unabdingbar, sie energisch zu bekämpfen und TrainerInnen in diesem Bereich auszubilden. Dies geschieht seit 2017 mit Unterstützung der Organisation „The Girl Generation“. Omar Jammeh nahm in diesem Zusammenhang als bereits ausgebildeter Trainer am ersten Panafrikanischen Jugend-Gipfel zu der Thematik teil und sagte in seinem Statement: „FGM ist Ausdruck einer tief verwurzelten Ungleichheit von Männern und Frauen und eine lebensbedrohende Form der Diskriminierung von Frauen und Mädchen. Diese Praktiken verletzen auch deren Rechte auf Gesundheit, Sicherheit und physische Integrität, ihr Recht ohne Misshandlungen und grausame, unmenschliche oder demütigende Behandlung zu leben, ja sogar ihr Recht auf Leben, wenn es dabei zu Todesfällen kommt“.
Ausführliche Information (in Englisch) unter: http://www.justactgambia.org/girl-generation-fgm

Weiterführende links:

 

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (12)

Die Women’s Initiative Gambia in Njaw 

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LdJ Senegal/Gambia/Doris Banspach
© Doris Banspach


Bei ihren Reisen in afrikanische Länder interessieren sich Naturfreundinnen und Naturfreunde besonders für die Rolle der Frauen und besuchen regelmäßig herausragende Frauenprojekte. Anlässlich der „Tour d’Horizon“ im Januar 2018 hatten die TeilnehmerInnen Gelegenheit, eine besonders beeindruckende Frauenvereinigung kennen zu lernen. Über den Besuch hat Arlette Orry einen Beitrag für die aktuelle Ausgabe der französischen Naturfreundezeitung verfasst. Mit Erlaubnis der Autorin und der Redaktion veröffentlichen wir diesen Text hier:

„In Njaw, einem kleinen gambischen Dorf nahe der Grenze zu Senegal, besuchen wir die Vereinigung ‚Women’s Initiative Gambia‘. Eine Gruppe Frauen empfängt uns singend und tanzend, sie schwenken Zweige als Symbol für ihre Arbeit im Umweltschutz. Die Gründerin der Initiative muss im Alter von acht Jahren den Schulbesuch abbrechen, als ihr Vater stirbt. Sie bleibt zu Hause und überlegt, wie ihre Zukunft aussehen könnte. Sie kann lesen und schreiben, und die Dorfverwaltung fragt an, ob sie die Sitzungsprotokolle verfassen könnte. Bald ruft man sie auch in andere Dörfer in der Region, wobei sie im Kontakt mit den SitzungsteilnehmerInnen viel Erfahrung sammelt. Nebenbei beginnt sie, instinktiv Müll zu recyceln. Nach und nach kann sie dank ihrer Kreativität Gegenstände zum Verkauf herstellen. Damit kann sie ein bescheidenes Einkommen erwirtschaften und andere Frauen im Dorf dazu ermuntern, es ihr gleich zu tun. Zu dem Zeitpunkt zählt die Gruppe fünf bis sechs Mitglieder. Um weitere Frauen zu motivieren, spazieren sie durchs Dorf und wedeln gut sichtbar mit den Geldscheinen. Mittlerweile sind sie 150 Frauen in den umliegenden Dörfern und 11.000 in der Region. Das kreative Recyceln ist nicht ihr einziges Anliegen. Sie wollen auch informieren und sensibilisieren und veranstalten Kochkurse, um den Frauen zu zeigen, wie man mit Holz sorgsamer umgehen und Nahrungsmittel so zubereiten kann, dass ihre Nährstoffe nicht verloren gehen. Die Frauen sind hervorragend organisiert: Von den Einnahmen aus den Verkäufen zahlt jede einen kleinen Teil an die Vereinigung und behält den Rest für sich – davon wird wieder ein Teil für den täglichen Bedarf verwendet, ein anderer in kleinen Holzboxen aufbewahrt, die mit Namensschildern versehen und mit einem Vorhängeschloss gesichert sind. Diese Boxen werden in großen Schränken unter der Aufsicht des einzigen männlichen Vereinsmitgliedes verwahrt. So verfügen die Frauen über Reserven, auf die sie nach Bedarf zugreifen können.  Arlette Orry“

Die Initiative verfügt über einen Internetauftritt, wo sie sich mit folgendem Statement einführt: Die Gambia Women’s Initiative wurde gegründet, um arme Frauen in Gambia finanziell zu unterstützen, wobei das Ziel darin besteht, ihnen zu zusätzlichem Einkommen zu verhelfen und dadurch den Lebensstandard ihrer Familien und Dorfgemeinschaften zu heben. Jedes Projekt baut auf Frauengruppen im ländlichen Raum auf, die dazu ermutigt werden, sich bei der Dorfentwicklung besser Gehör zu verschaffen. Teil jeder Aktivität sind Schulungen, nicht nur in dem jeweiligen Bereich, sondern auch zur Erlangung von Qualifikationen für Finanzen und Teilhabe an Entscheidungsprozessen.

 

Weiterführende links:

 

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (11)

Landschaft des Jahres Senegal /Gambia - Mit voller Fahrt voraus!

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Baumpflanzung in Landschaft des Jahres/ASAN
© ASAN


Nach einer großartigen Eröffnungsfeier mit 800 TeilnehmerInnen aus 11 Ländern sind die Motivation und die Erwartungen in der Region groß. Umso wichtiger ist es, rasch die nächsten Schritte zu setzen, um tatsächlich zu einer nachhaltigen Entwicklung der Region beizutragen. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten bleiben die Baumpflanzungen in ausgewählten Dörfern, die von afrikanischen und europäischen NaturfreundInnen gemeinsam mit der Bevölkerung initiiert wurden.

2.000 Obstbäume wurden gepflanzt und müssen auch weiterhin betreut werden. Das Projektteam der Naturfreunde Senegal hat die Dörfer schon vor der Pflanzaktion besucht und die Bevölkerung in intensiven Gesprächen und informellen Workshops über das Projekt und die notwendige Pflege der Bäume aufgeklärt. Bei den Pflanzungen haben die Menschen aus den Dörfern mit großem Engagement mitgewirkt. Nach mittlerweile gut drei Monaten hat sich das Projektteam Anfang April erneut in die Dörfer aufgemacht, um nach den Bäumen zu sehen.

Mamadou Mbodji war mit dabei: „Es war gut zu sehen, dass die Menschen sich gut um die Bäume kümmern. Wo notwendig, haben wir Schutzvorrichtungen errichtet, um die Bäume vor hungrigen Weidetieren zu schützen. Und auch diesmal haben wir unseren Aufenthalt für intensive Gespräche mit der Bevölkerung genutzt: Wie pflegt man die Bäume richtig, wann können die ersten Früchte geerntet werden, wie kann das Obst verarbeitet und auch vermarktet werden?“ Vor allem auch die Frauen aus den Dörfern, die sich traditionell um die Gärten kümmern, haben sich mit großem Interesse eingebracht und freuen sich schon darauf, die ersten Früchte zu ernten und eventuell auch durch die Vermarktung des Obstes zum Familieneinkommen beitragen zu können.

Im November 2018 wird eine Gruppe deutscher NaturfreundInnen die Dörfer besuchen. Das Interesse der europäischen NaturfreundInnen wird von der Bevölkerung als große Wertschätzung erfahren – und trägt damit auch dazu bei, dass die Bäume gut behütet werden.

Um das Potenzial eines nachhaltigen Tourismus für die Entwicklung der Region — auch über die Dauer der Landschaft des Jahres hinaus — zu nutzen, ist für die nächsten Monate ein Seminar für regionale Tourismusverantwortliche geplant: Was braucht es, um die Region für den Tourismus attraktiver zu machen? Wie können wir Reisende motivieren, längere Zeit in der Region zu verweilen? Welche Anforderungen stellen insbesondere auch europäische Reisende an die Infrastruktur? Wie können wir die Bevölkerung in die Entwicklung des Tourismus miteinbeziehen? Wie viele TouristInnen können wir in unserer Region beherbergen, ohne ökologische und soziale Grenzen zu überschreiten? Und vor allem: Wie können wir sicherstellen, dass der Tourismus den Menschen in der Region zugute kommt und Konflikte, beispielsweise in Folge einer Übernutzung oder gar Zerstörung der natürlichen Ressourcen oder der Ausbeutung lokaler Arbeitskräfte, vermieden werden? Parallel dazu wird die Naturfreude Internationale ein Austauschprojekt zwischen StudentInnen und jungen TouristikerInnen aus der Region und aus Europa initiieren und gemeinsam mit den Teilnehmenden spezifische Bildungsmaterialien zum Aufbau eines nachhaltigen Tourismus in der Region erarbeiten.

 

Weiterführende links:

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (10)

Naturfreunde wandern in der Landschaft des Jahres

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Landschaft des Jahres Senegal/Gambia/Michael Leutgeb
© Michael Leutgeb


Anlässlich der Pilotreise „Tour d’Horizon“, die im Januar 2018 äußerst erfolgreich durchgeführt wurde, wurden auch Möglichkeiten erkundet, Wanderungen in der Landschaft des Jahres zu unternehmen. Gut geeignet dafür ist der Kunkilling Forest Park in Gambia, am Südufer des Gambiaflusses gelegen, ca. 5 Kilometer stromaufwärts von der Distrikthauptstadt Janjanbureh.

„Forest Parks“ sind am ehesten mit dem deutschen Staatsforst zu vergleichen. Sie stehen unter staatlicher Verwaltung, und Forstwirtschaft darf nur kontrolliert mit Genehmigung betrieben werden.

In diesem Schutzgebiet können BesucherInnen die reichhaltige Fauna und Flora der Region kennen lernen. Besonders interessant ist die Vogelwelt. Der Park wird durch so genannte „eco-trails“ erschlossen, die von vier verschiedenen Dörfern aus die Begehung eines Teiles des 200 Hektar großen Schutzgebiets ermöglichen. Die Trails sind jeweils 0,5 oder 1 km lang, die sportliche Herausforderung ist also gering. Aber die wird in dem Park nicht gesucht – das Interesse gilt der Naturbeobachtung. Die vier Dörfer gewährleisten gemeinsam mit der Forstbehörde das Management. Bei der Tour d’Horizon wurde nur ein kurzer Abschnitt eines der Wege begangen – für weitere Reisen in die Landschaft des Jahres sind längere Wanderungen geplant.

Die Naturfreunde Koungheul (Senegal) planen ebenfalls, in ihrem Teil der Landschaft des Jahres Wandermöglichkeiten zu schaffen. Dazu gehört ein Naturweg („Natura Trail“), der von dem Dorf Maka Gouye ausgeht. Hier gibt es kein ausgewiesenes Naturschutzgebiet, sondern man wandert durch die Natur in und in der Nähe von Dörfern – man kommt vorbei an Feldern, Bäumen, Plantagen, Obstgärten etc. und teilweise geht es auch an einem Nebenarm des Gambiaflusses entlang, der durchaus über landschaftliche Reize verfügt. Interessant sind auch die vielen Sträucher und Bäume am Wegesrand, die in der Naturmedizin Bedeutung haben.

Dieser Weg wurde von den TeilnehmerInnen der Tour d’Horizon bereits getestet. Ingrid Leutgeb-Born und Michael Leutgeb erzählen auf dem tourism_LOG, wie sie die Tour erlebt haben: zum Bericht auf tourism_LOG

 

Weiterführende links:

 

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (9)

Bäume für die Zukunft 

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Landschaft des Jahres Senegal/Gambia/Doris Banspach
© Doris Banspach


Die von afrikanischen und europäischen Naturfreundinnen und Naturfreunden gemeinsam mit der Bevölkerung durchgeführte Pflanzung von Obstbäumen in drei Dörfern war einer der Höhepunkte im Rahmen der Eröffnung der neuen Landschaft des Jahres.

Bäume sind in der trockenen Sahelzone überlebenswichtig – insbesondere Obstbäume leisten wichtige Dienste: sie spenden Schatten, festigen den Boden, liefern gesunde Nahrung, die Früchte können auch vermarktet werden und jeder Baum ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Damit die Bäume gedeihen, müssen sie mindestens dreimal am Tag bewässert werden und jeder Baum braucht ein eigenes Schutzgerüst, damit die Blätter nicht von Ziegen und anderen Tieren abgefressen werden. Über 2.000 Bäume wollen die Naturfreunde hier pflanzen – gemeinsam mit der Bevölkerung. Vor jeder Baumpflanzung sind daher ausführliche Gespräche und eine Schulung zur Pflege der Bäume notwendig, damit die Dorfgemeinschaft hinter der Aktion steht und dafür sorgt, dass die Bäume auch überleben. 
Die Baumpflanzungen werden aus dem Naturfreunde Klimafonds finanziert. Der Anfang 2017 ins Leben gerufene Fonds bietet allen Naturfreundinnen und Naturfreunden die Möglichkeit, als Ausgleich für die Treibhausgasemissionen im Zuge von Flug- und PKW-Reisen Klimaschutzprojekte der Naturfreunde in Afrika zu unterstützen und so ihren persönlichen Beitrag zu mehr Klimagerechtigkeit zu leisten. Die Beitragszahlungen fließen zu 100 % in konkrete Maßnahmen vor Ort, welche die Folgen des Klimawandels mildern und/oder zum Klimaschutz beitragen. 
Mehr Infos zum Klimafonds, zur Möglichkeit der Beitragsleistung und zum Baumpflanzprojekt in der Landschaft des Jahres finden sich auf der Klimafonds Website (www.climatefund.nf-int.org). 

 

 

Weiterführende links:

 

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (8)

Von "Landschaft des Jahres" zu "Landschaft des Jahres" 

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LdJ Staffeluebergabe/Doris Banspach
© Doris Banspach


Seit 1989 erklärt die NFI grenzüberschreitende und ökologisch wertvolle Regionen zur Landschaft des Jahres, bisher in Europa. Nun wurde der große Schritt aus Europa hinaus vollzogen, erstmals nach Afrika. Anlässlich der Auftaktveranstaltung überbrachte eine Delegation aus der vorherigen Landschaft des Jahres (2013/14 – Oberrhein) Geschenke, die als Zeichen der Verbundenheit mit der neuen Landschaft des Jahres und als Ermutigung für ihre Verantwortlichen zu sehen sind. Landschaften des Jahres sind immer grenzüberschreitend, oft waren dabei Flüsse die Grenze oder spielten eine wichtige Rolle und die Brücke war ein wichtiges Symbol. So auch diesmal.

Uschi Böss-Walter und Roland Walter von den Naturfreunden Rastatt überreichten an Cheikh Diakhaté, den Vorsitzenden der Naturfreunde Koungheul, eine Tafel mit dem Bild einer Brücke über den Gambia-Fluss und eine Statue, die die Verbindung zwischen den drei Ländern der Landschaft des Jahres Oberrhein und den zwei der Landschaft des Jahres Senegal-Gambia symbolisiert. 

Hier die Ansprache zur Übergabe im Wortlaut:

"Liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren, 
wir bringen euch die Grüße aus der vorherigen Landschaft des Jahres. sie liegt am Oberrhein und ist die Grenze zwischen Schweiz, Frankreich und Deutschland, also im Herzen Europas. 
Diese Skulptur ist gemacht aus einem Stück Treibholz, von einem alten Kirschbaum. Sie zeigt mehrere Figuren, die durch eine gemeinsame Krone vereint sind. Nehmt das als Symbol für die drei Länder der vorherigen und die zwei Länder der jetzigen Landschaft des Jahres. 
Das bestimmende Element der vorherigen Landschaft des Jahres ist der Rhein als Grenze. Um sie zu überwinden, gibt es viele Brücken über den Fluss. Sie haben die einfache Funktion, von einer Seite auf die andere zu kommen, aber sie haben auch die symbolische Funktion, die Menschen dieser drei Länder zu verbinden. 
So stellt auch die Landschaft des Jahres 2018/2019 die Verbindung zwischen zwei Ländern her. Das soll die Tafel, die wir euch mitgebracht haben, symbolisieren. Wir betrachten das Projekt einer realen Brücke über den Gambiafluss als ein starkes Symbol für die Entwicklung beider Länder und eine Verbindung zwischen den Menschen in Senegal und Gambia. 
Brücken sind wichtig – über Flüsse, zwischen Ländern, zwischen Völkern und zwischen Menschen. 
Geben wir den Staffelstab weiter!“   

 

Weiterführende links:

 

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (7)

Eine Landschaft des Jahres, die bewegt! 

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Landschaft des Jahres Senegal/Gambia, Eroeffnung/D. Banspach
© Doris Banspach


Manfred Pils, der Präsident der Naturfreunde Internationale, war bei der Eröffnung der Landschaft des Jahres Senegal/Gambia dabei. Hier sein Bericht:

Eine großartige Eröffnung 
Mehr als 800 Menschen in farbenprächtiger Kleidung kamen am 13. Januar 2018 nach Koumbidja Socé, etwa 300 Kilometer im Landesinneren von Senegal an der Grenze zu Gambia. Jede eintreffende Gruppe erschien mit traditionellen Masken und tanzte zu Ehren des Publikums. Die Tänze wurden von Ansprachen begleitet. Das war die großartige Eröffnungsveranstaltung der Landschaft des Jahres 2018/19 – Senegal/Gambia. 

Das ausgewählte Motto "Klimagerechtigkeit solidarisch leben" war in Englisch und Französisch auf den T-Shirts der gastgebenden senegalesischen NaturfreundInnen zu lesen. Ein gemeinsamer Gedenkstein erinnert an die Eröffnung der ersten Landschaft des Jahres in Afrika, der ersten außerhalb Europas. Aber auch viele, viele Obstbäume werden an diesen Tag erinnern, die im Anschluss an die Feierlichkeiten von den afrikanischen und europäischen NaturfreundInnen gemeinsam mit den DorfbewohnerInnen gepflanzt wurden.

Dorftourismus und Aufbau einer Zivilgesellschaft

Auf der gambischen Seite ein ähnliches Bild. Ebenfalls etwa 800 Menschen beim Kankurang Festival in Janjanbureh, nun verstehen wir die Masken und ihre Bedeutung schon besser, auch weil es gleich neben dem Festplatz ein Museum zu dieser Maskenkultur gibt. Nach dem Regimewechsel vor einem Jahr befindet sich Gambia in Aufbruchsstimmung in Richtung Demokratie. Die Zivilgesellschaft ist gerade im Aufbau – deswegen war es gar nicht leicht, für die Landschaft des Jahres Kooperationspartner zu finden. Umso schöner die große Anzahl Beteiligter an der Festveranstaltung. Einer der Schwerpunkte der Landschaft des Jahres ist der Aufbau eines gemeindebasierten Tourismus, also eines Tourismus, der Einkommen für die lokale Bevölkerung schafft. Das Land hat alle Voraussetzungen dazu: Der Gambia River ist eine gewaltige Lebensader, hier gibt es viele Naturschutzgebiete, in denen Wildtiere wie Schimpansen, Krokodile oder Flusspferde leben.

BotschafterInnen der Landschaft des Jahres 
Aus Anlass der Eröffnung der Landschaft des Jahres Senegal/Gambia fand auch die internationale Naturfreunde-Reise „Tour d’Horizon“ statt – unter der bewährten Führung von Ingeborg Pint und unserer senegalesischen NaturfreundInnen. 40 NaturfreundInnen aus neun Ländern haben daran teilgenommen – und auch bei den Obstbaumpflanzungen tatkräftig mitgeholfen. 40 NaturfreundInnen, die nun BotschafterInnen der Landschaft des Jahres Senegal/Gambia sind und hoffentlich viele andere davon überzeugen, diese Landschaft zu besuchen, mit solidarischen Aktivitäten in ihren Ortsgruppen zu unterstützen oder mit Zahlungen in den Naturfreunde Klimafonds weitere Baumpflanzungen und andere Klimaschutzprojekte in Afrika zu ermöglichen.

Wir sind bewegt und bewegen etwas …

Die Landschaft hat uns bewegt: die strahlenden Augen der Kinder, die Freude in den Gesichtern der Menschen, die Begeisterung aller Mitwirkenden und die intelligente Kunst der Improvisation, die letztendlich das Überleben sichert. Mamadou Mbodj, der Stellvertretende Generalsekretär der Senegalesischen Naturfreunde, hat mir schon öfters gesagt: „Ihr habt die Uhr – wir haben die Zeit.“ Ich würde sein Sprichwort erweitern: „Wir haben den Wohlstand – ihr habt die Lebensfreude.“ Beides zusammen wäre schön! 
Aber nicht nur wir sind bewegt, wir werden mit der Landschaft des Jahres etwas bewegen: Bäume fürs Überleben und für den Klimaschutz, das Erstarken einer Zivilgesellschaft in Gambia, den Aufbau eines lokalen, nachhaltigen Tourismusangebots ... Und ich bin mir sicher, dass die Landschaft des Jahres den senegalesischen und gambischen NaturfreundInnen viele weitere MitarbeiterInnen und Mitglieder bringen wird.

Kellé!    

 

Weiterführende links:

Download:

 

Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (6)

Bald ist es soweit: Am 13. Jänner 2018 wird die erste afrikanische Landschaft des Jahres im Grenzgebiet von Senegal und Gambia feierlich eröffnet!

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Lndschaft des Jahres Senegal/Gambia/Doris Banspach
© Jane Smith

 

Bald ist es soweit: Am 13. Jänner 2018 wird die erste afrikanische Landschaft des Jahres im Grenzgebiet von Senegal und Gambia feierlich eröffnet! Die offizielle Eröffnungsveranstaltung wird in Koumbidja Socé, an der senegalesisch-gambischen Grenze, über die Bühne gehen – mit einem bunten Musik- und Kulturprogramm, mit Aktivitäten mit der Bevölkerung und einer Baumpflanzaktion. 

Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten vor Ort laufen auf Hochtouren. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Einbeziehung regionaler Stakeholder gelegt. So wird Anfang Dezember auf Initiative der Naturfreunde Koungheul ein „Conseil Départemental de Dévelopement“ – quasi ein regionaler Ministerrat  – speziell zur Landschaft des Jahres stattfinden, um die Behörden aus der Region miteinzubeziehen und als Partner für künftige Aktivitäten zu gewinnen. 

Den Feierlichkeiten zur Eröffnung der Landschaft des Jahres 2018/19 wird auch eine Gruppe europäischer Naturfreundinnen und Naturfreunde beiwohnen, die an der von der Naturfreunde Internationale und den Naturfreunden Senegal und ihren Partnern organisierten Modellreise „Tour d´Horizon“ teilnimmt. 

Damit auch die daheim gebliebenen Naturfreundinnen und Naturfreunde in Europa die vielfältige Region und ihre Bewohnerinnen und Bewohner kennen lernen können, wird die Naturfreunde Internationale die Reise auf Facebook begleiten – hier werden die Menschen aus der Region sowie die Reisenden selbst zu Wort kommen. 

Aufgrund des großen Interesses an der Tour d’Horizon – die Reise ist bereits seit vielen Wochen ausgebucht – planen einige Naturfreunde-Landesverbände bereits weitere Reisen in die Region. Näheres dazu sowie zu den geplanten Aktivitäten in der Landschaft des Jahres erfahren Sie in den nächsten Ausgaben des NFI-Newsletters.  

 

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Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (5)

Naturschutz und Erhaltung der Biodversität in der "Landschaft des Jahres" 

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Gambia Tourist Board, Eve Andersson
© Eve Andersson/Gambia Tourist Board

Das als „Landschaft des Jahres 2018/2019 – Senegal-Gambia“ ausgewählte Gebiet im Bereich der Städte Koungheul (Senegal) und Janjanbureh (Gambia) liegt am Rande der Sahelzone und ist durch die Folgen des Klimawandels gezeichnet. Auf der senegalesischen Seite sind die Auswirkungen auf Vegetation und Artenvielfalt besonders deutlich. Die gambische Seite profitiert vom Vorhandensein des Gambia-River, der eine wichtige Rolle für den Erhalt der Biodiversität spielt.

Hier liegt der River Gambia National Park, 40 Kilometer von Janjanbureh in südwestlicher Richtung entfernt. Er umfasst eine Fläche von 580 km2 und stellt ein wichtiges Biodiversitätsreservoir dar. Er ist auch unter dem Namen Baboon-Islands (Pavian-Inseln) bekannt, nach dem dort endemisch vorkommenden Guineapavian (Papio papio). Der vorherrschende Vegetationstypus ist tropischer Galeriewald mit einer beeindruckenden Vielfalt an Vogelarten. Der Zugang zum Nationalpark ist streng reguliert. Auf den Baboon-Islands ist das private Chimpanzee Rehabilitation Project (CRP) angesiedelt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Gambia kaum mehr wild lebende Schimpansen. Im Rahmen des privaten Projektes werden seit 1979 aus illegalem Handel konfiszierte Tiere betreut, wieder an ein Leben in Freiheit gewöhnt und auf eine spätere Auswilderung auf den Inseln vorbereitet. Der River Gambia National Park zeichnet sich durch eine reichhaltige Vogelfauna aus, auch weitere Affenarten, Flusspferde, Warzenschweine und Antilopen leben dort.


Etwa 5 km von Janjanbureh in östlicher Richtung befindet sich der Kunkilling Forest Park, dessen Nutzung unter staatlicher Kontrolle steht. Er ist öffentlich zugänglich und ebenfalls unter dem Gesichtspunkt des Biodiversitätserhalts von großer Bedeutung. Ziel der für den Park verantwortlichen Behörden ist nachhaltiges Forstmanagement, wobei die BewohnerInnen der umliegenden Dörfer eingebunden sind. Es wurden auch sanft-touristische Angebote initiiert, die die BesucherInnen für den Schutz und die Erhaltung des Waldgebietes als Biodiversitätsreservoir sensibilisieren sollen. Auf mehreren Wanderwegen und von einer Beobachtungsplattform aus können die BesucherInnen die reichhaltige Vogelwelt beobachten. 


Im senegalesischen Teil der Landschaft des Jahres haben die Folgen des Klimawandels, Abholzung und Buschbrände zu einem dramatischen Rückgang der typischen Waldsavannen geführt. Dennoch sind im Gebiet von Koungheul 131 ha Fläche mit vier „Forêts classées“ bestanden. Dabei handelt es sich um staatlich ausgewiesene Waldgebiete, deren Bewirtschaftung reglementiert ist, darunter ein grenzüberschreitender Wald – das „Massif Communautaire de Mousdalifa“. Hier ist angedacht, im Rahmen der Landschaft des Jahres gemeinsame Sensibilisierungsaktivitäten zur Vorbeugung von Buschbränden und zur Vermeidung extensiver Abholzung durchzuführen. Die Naturfreunde von Koungheul sind auch dabei, zur Förderung von sanftem Tourismus in ihrem Gebiet Wanderwege anzulegen. 

 

 

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Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (4)

Naturfreunde pflanzen Obstbäume in der "Landschaft des Jahres" 

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Baumpflanzung/ASAN
© ASAN

Eine Kernaufgabe der Naturfreunde in Afrika bestand und besteht in Aufforstungs- und Pflanzprojekten. Das trifft auch auf die senegalesischen Naturfreunde zu, die seit mehr als 30 Jahren mit Setzlingen aus ihrer eigenen Baumschule Pflanzungen im öffentlichen Raum durchführen. In den letzten Jahren hat Senegals Landwirtschaft massiv unter den Folgen des Klimawandels gelitten, die Erträge sind auf Grund ausbleibender oder unregelmäßiger Regenfälle dramatisch zurückgegangen. Inspiriert von Erfahrungen in Gambia orientieren die senegalesischen Naturfreunde nun seit zwei Jahren ihre Pflanztätigkeit weg von öffentlichen Flächen, auf Obstbäume in den Familiengehöften („concessions“). So eröffnen sich in den Dörfern Perspektiven, das Familieneinkommen durch den Verkauf der Produkte zu erhöhen, und auch die Eigenversorgung mit frischem oder weiter verarbeitetem Obst zu verbessern.

Mithilfe der Naturfreunde-Ortsgruppe Bodensee (Deutschland) wird derzeit ein Projekt umgesetzt, in dessen Verlauf in mehreren Regionen Senegals die Dorfgemeinschaften bei der Anpflanzung von Obstbäumen unterstützt werden. Eines der für dieses Projekt ausgesuchten Dörfer ist Koungheul Socé in der Landschaft des Jahres, wo im August 2017 bereits eine Pflanzaktion stattgefunden hat. Dieses Dorf wird im Rahmen der „Tour d’Horizon“, der Projektreise in die Landschaft des Jahres, besucht. 
Anknüpfend an das Projekt der Naturfreunde Bodensee werden ab 2018 in einem senegalesischen und einem gambischen Dorf im Rahmen der Landschaft des Jahres nun ebenfalls Obstbaumpflanzungen durchgeführt werden, begleitet von Schulungen für nachhaltige Pflege der Familiengärten. Dieses Projekt wird über den Naturfreunde Klimafonds finanziert.

 

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Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (3)

Nachhaltiger Tourismus in der „Landschaft des Jahres“

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Gambia River, Jane Smith
© Jane Smith

Das Gebiet der „Landschaft des Jahres“ ist touristisch wenig erschlossen. Mit dem Projekt will die Naturfreunde Internationale gemeinsam mit den senegalesischen Naturfreunden und deren Partnern in Senegal und Gambia verantwortungsvollen Tourismus in der Region anstoßen (Senegal) oder wieder aufbauen (Gambia), um für die Bevölkerung neue oder zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu schaffen. Dies entspricht auch den Vorstellungen und Plänen der lokalen Behörden.

Potenzial dafür ist vorhanden. Die Region bietet bei aller Kargheit viele landschaftliche Reize wie grüne Hügelketten, Baobab-Haine und den Gambia River mit seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Kulturelle Highlights sind die prähistorischen Steinkreise und die vielen traditionellen Feste verschiedener Ethnien. Dazu zählt der Initiationsritus der Mandinka mit der Figur des „Kankurang“, der seit 2005 auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco steht.

Der Kankurang auf youtube (Unesco-Film):
https://www.youtube.com/watch?v=3gNtkPUuxl0 , englisch
https://www.youtube.com/watch?v=0Ly-uMMYMCY , französisch

Die Rubrik „Infos aus der Landschaft des Jahres“ hat zum Ziel, den Leserinnen und Lesern des NFI-Newsletter nach und nach die Region vorzustellen. Nachstehend ein kurzer Beitrag, der Janjanbureh als potenzielle Destination für nachhaltigen Tourismus darstellt. 

Janjanbureh – eine Destination für nachhaltigen Tourismus
Die Stadt Janjanbureh (Hauptstadt von Gambias Central River Region) wurde 1832 gegründet, sie liegt auf der McCarthy-Insel im Gambia River und war ursprünglich unter dem Namen Georgetown bekannt. Seit 1995 tragen sowohl die Stadt als auch die Insel den Namen Janjanbureh. Vom Süden kommend gelangt man über eine Brücke auf die Insel, zum Nordufer wird der Fluss mit Fähren überquert. 
Obwohl Janjanbureh über eine Reihe touristisch interessanter Stätten verfügt, wird die Stadt derzeit von TouristikerInnen kaum wahrgenommen.
Historische Zeugnisse weisen auf die Besiedlung durch freigelassene Sklaven und frühe christliche Siedler der Wesleyanischen Mission (1823) hin, die den Erdnussabau einführten, der nach wie vor in der Region betrieben wird. Am Nordufer des Flusses liegen die Steinkreise von Wassu, 22 Kilometer nordwestlich des Ortes Lamin Koto. Sie stehen auf der Welterbe-Liste der Unesco. Die Stadt ist auch für die erste Kirche Gambias und die erste Sekundarschule bekannt.

Der vorherrschende Vegetationstypus ist tropischer Galeriewald mit einer beeindruckenden Vielfalt an Vogelarten. Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhang der Kunkilling Forest Park, der durch Öko-Trails erschlossen ist. Im Westen der Insel befinden sich üppige einsame Wälder sowie die „West Rice Paddies“ genannten Reisfelder. Janjanbureh/Georgetown war in der Vergangenheit eine lebendige Stadt und wurde in erster Linie von TouristInnen besucht, die auf dem Fluss in die Region kamen. Gegenwärtig wird die Insel nur von kleineren Booten angefahren, deren Passagiere für einen kurzen Rundgang aussteigen und der örtlichen Bevölkerung (Kleinhändler, Guides) kaum Einkommen verschaffen.

Das Projekt Landschaft des Jahres kann dazu beitragen, dass Janjanbureh mit seinen kulturhistorisch interessanten Stätten und umliegenden Naturgebieten als Destination für nachhaltigen Tourismus wiederbelebt wird. NaturfreundInnen und anderen BesucherInnen können so authentische Einblicke und Einsichten in das Land und Verständnis für die Lebensrealitäten der Bevölkerung vermittelt werden.

 

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Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (2)

Stakeholder-Treffen für die Landschaft des Jahres 2018/2020 Senegal/Gambia – in Koungheul (Senegal)

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Landschaft des Jahres Treffen ASAN
© ASAN

Von 21. bis 23. Juli 2017 fand in Koungheul ein "Stakeholder-Treffen" zur Vorbereitung der Landschaft des Jahres (LdJ) 2018/2019 Senegal/Gambia statt. Etwa 20 Vertreter der beteiligten Dörfer – von Dorfvorstehern über die Mitglieder der lokalen LdJ-Arbeitsgruppe, über den Vertreter des Umweltministeriums, den Chef der lokalen Forstbehörde bis zur Presse – nahmen an der Verstaltung teil.

Ebenfalls anwesend waren der Hauptpartner aus Gambia, ein Vertreter von ASAN (Naturfreunde Senegal) und Mamadou Mbodji, nationaler Koordinator der LdJ, Vizepräsident der Naturfreunde Internationale (NFI) und Vorsitzender des Afrikanischen Naturfreunde-Netzwerks RAFAN. Das Treffen sollte in erster Linie den an der LdJ-Beteiligten Gelegenheit zum Gedankenaustausch über das Konzept der LdJ geben, aber auch der lokalen Arbeitsgruppe ermöglichen, zusätzliche Kompetenz für effiziente Projektarbeit zu erwerben.

Nach Eröffnung der Tagung durch den 1. stellvertretenden Bürgermeister, der auch Vorsitzender der lokalen Naturfreunde ist, gab Mamadou Mbodji als nationaler Koordinator der LdJ einen Überblick über die Hintergründe der Naturfreundebewegung auf drei Ebenen: der senegalesischen, der afrikanischen und der internationalen. Er rief dabei in Erinnerung, dass diesem senegalesisch-gambischen Projekt ganz besondere Bedeutung zukommt, handelt es doch um die erste Landschaft des Jahres in Afrika seit Start der Initiative im Jahr 1989. Koungheul und Janjanbureh sind die Hauptorte dieses grenzübergreifenden Projektes, das eine wunderbare Gelegenheit bietet, den Dialog zwischen den beiden Ländern sowie die Kontakte zwischen ihnen und dem „Rest der Welt“ zu fördern.
Die Seminarteilnehmer erklärten sich formell bereit, aktiv am Umsetzungsprozess dieses Naturfreunde-Projektes mitzuwirken, dessen Ziel es ist, eine grenzüberschreitende Region in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen, die kulturell vielfältig ist und über eine beachtliche Artenvielfalt verfügt, jedoch unter den Auswirkungen des Klimawandels stark zu leiden hat.

Im Anschluss an die konstruktiven und fundierten Diskussionen wurde ein Organisationskomitee eingesetzt, das sich aus mehreren für spezielle Bereiche zuständigen Unterkomitees zusammensetzt. Es soll einen Aktionsplan mit konkreten Vorschlägen erarbeiten, im Besonderen für die Eröffnungsveranstaltung der Landschaft des Jahres am 13. Januar 2018 in Koumbidja Socé.
Abschließend unterstrich der Dorfvorsteher die Bedeutung dieser Veranstaltung für Koungheul, für deren Gelingen er sich nach besten Kräften einsetzen werde.

 

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Infos aus der Landschaft des Jahres 2018/2020 – Senegal/Gambia (1)


Abkommen zwischen Senegal und Gambia über schonende Wald- und Wildwirtschaft

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Landschaft des Jahres, Kongheul/ASAN
© ASAN

Für die Zusammenarbeit der senegalesischen Naturfreunde mit ihren Partnern jenseits der Grenze bieten sich nach dem erfolgreichen politischen Wandel in Gambia perfekte Voraussetzungen. Im Grenzgebiet der beiden Länder befinden sich ausgedehnte Waldgebiete, die durch illegale Abholzung und Übernutzung stark gelitten haben. Nun wurde im April 2017 zwischen den Umweltministern der beiden Länder ein Zusammenarbeits-Abkommen über verantwortungsvolle Nutzung der grenznahen Waldressourcen unterzeichnet.

Gemäß diesem Abkommen sollen gemeinsame Programme und Strategien ausgearbeitet und umgesetzt werden, wobei ein partizipativer Ansatz unter Einbeziehung der Bevölkerung geplant ist. Die entspricht voll und ganz den Interessen der Naturfreunde in der Region, die so unter den ersten sein können, die in der Region neue Entwicklungen anstoßen und/oder in solche einbezogen werden können. In der gambischen und senegalesischen Presse wurde ausführlich über das Abkommen berichtet:


http://allafrica.com/stories/201705120936.html , englisch
http://www.lesoleil.sn/2016-03-22-23-17-43/item/64060-senegal-gambie-un-accord-sur-la-gestion-des-ressources-forestieres.html , französisch

 

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