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Photo: Lisa Schopper/NFI
Photo: Lisa Schopper/NFI

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Einladung

Warum es nicht nachhaltig ist, wenn nicht gereist wird: Online-Meet-up im Reisebüro

respect_NFI | Naturfreunde Internationale, das Österreichische Umweltzeichen und die WKO laden zum virtuellen Afterwork ins Mondial Reisebüro.

Über unseren Köpfen schweben große Fragezeichen, wenn es um die Zukunft unserer Branche geht. Dürfen wir trotzdem auch positiv in die Zukunft schauen? Reden wir darüber!

  • Ist „sicher & nachhaltig“ das Geschäftsmodel der Zukunft für mehr Resilienz?
  • Was bedeuten Green Travel und das Schlagwort „Nachhaltigkeit“ für Reisebüros in der Corona-Krise?
  • Wie kann ich von der Nachhaltigkeit profitieren? Input aus der Praxis von Julia Balatka, JB Travel

15. Oktober 2020 um 16:30 Uhr; auf Zoom.

 

NACHLESE ZUM AFTERWORK am 15.10.2020

Foto: Lisa Schopper
Gregor Kadanka (Mondial Reisen), Julia Balatka (JB Travel), Kerstin Dohnal & Cornelia Kühhas (respect_NFI) (Foto: Lisa Schopper)

 

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Die Teilnehmer*innen hatten erwartungsgemäß unterschiedliche Vorkenntnisse zum Thema Nachhaltigkeit. Das erste Afterwork sollte daher einen groben Überblick über das Thema, dessen Vielfalt und Komplexität, aber auch dessen Potenzial geben. Daher wurden viele Themen lediglich kurz angeschnitten und eher auf einer Metaebene diskutiert und mit Beispielen aus der Praxis unseres Gastes Julia Balatka (JB Travel GmbH) ergänzt.

Warum es nicht nachhaltig ist, wenn wir nicht reisen: Weil Nachhaltigkeit drei Säulen hat, die ökologische, die sozio-kulturelle und die wirtschaftliche. Wenn wir nicht reisen, brechen zwei der drei Säulen weg und somit auch die Nachhaltigkeit. Nachhaltiger Tourismus fokussiert nicht nur auf die Auswirkungen auf Umwelt und Klima; nachhaltiger Tourismus bedeutet auch, dass die Menschen in den Destinationen vom Tourismus profitieren, auch jene, die nicht direkt im Tourismus beschäftigt sind, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt; und nachhaltiger Tourismus bedeutet auch, dass alle Beteiligten fair behandelt werden und die Menschenrechte geachtet werden.

In diesem Komplex sind auch die Fragen des Klimaschutzes und der CO2-Emissionen beim Fliegen zu betrachten. Für einige ist Fliegen ein absolutes „No-go“ im Kontext des nachhaltigen Tourismus. Das zeigt wunderbar, wie komplex das Thema Nachhaltigkeit sein kann, aber auch gleichzeitig, dass man sich aus vielen Richtungen annähern kann und trotzdem zum selben Ziel kommt. Letztendlich sind alle drei oben erwähnten Dimensionen der Nachhaltigkeit gleich bedeutend für die Balance. Hier gilt es, Know-how für die Zusammenhänge zu vermitteln und für ein bewusstes Reisen zu plädieren.

Foto: Lisa Schopper

Zudem ist Reisen seit jeher ein wichtiger Teil der Völkerverständigung und besonders in unserer globalisierten Welt ein verbindendes Element. Reisebüros sind dabei ein wichtiges Bindeglied und spielen eine wichtige Rolle bei der Information und Sensibilisierung der KundInnen – dies wird auch in Zukunft wichtig sein.

Das Reisebüro wird auch in Zukunft eine kompetente Anlaufstelle sein, die viele Menschen in der Krise zu schätzen gelernt haben. Für die Reisebüros bedeutet das, dass sie mehr Selbstbewusstsein zeigen dürfen und ihre Leistung als kompetente Partner auch als Produkt anbieten.

Viele wünschen sich mehr Solidarität untereinander, insbesondere bei der Entwicklung neuer Kooperationen und Produkte.
Eine Spezialisierung ist gerade nach der Krise sinnvoll. Nischenprodukte stellen dabei eine wunderbare Vielfalt an nachhaltigen Produkten zur Verfügung, denn in Wahrheit ist die Nische der Ort der Mutigen mit zukunftsweisenden Ideen.

Transparenz und Sichtbarkeit für die Nachhaltigkeit kann die Digitalisierung bieten. Zertifizierungen sind ein guter Weg, um nachhaltige Produkte auch auf Plattformen gut erkennbar zu positionieren. Auch für die kleineren Anbieter braucht es Lösungen, um sie sichtbarer zu machen.

Die Reisebüros müssen Verantwortung für ihre Rolle im Tourismus wahrnehmen und übernehmen. Dafür braucht es ausreichend Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Reisebürofachkräfte. Ein entsprechendes Programm würde sowohl vom Fachverband als auch von den Reisebüros angenommen und geschätzt werden.

Das Globale Nachhaltigkeitsziel (SDG) Nummer 12, faire Produktion und Konsum, spielt hierbei eine zentrale Rolle. Reisebüros haben hier eine Chance, sich nachhaltig zu engagieren, gute Produkte zusammenzustellen und ihren KundInnen näherzubringen.

 

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